Full text : Bilanztechnik und Bilanzkritik

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Bilanzkritik.

seiner  Kapitalanlage  prüft,  wird  sich  nur  auf  allgemeine  Betrachtungen ­
  einlassen  und  den  Wert  seiner  Kritik  nicht  sehr
hoch  einschätzen  dürfen.
Die  B.,  Vermögens-  und  Ertragsbilanz,  sind  Wirtschaftsrechnungen, ­
  d.  h.  man  kann  die  Wirtschaftsführung  einer
Kritik  unterziehen,  die  B.  unter  ökonomisch-rechtlichen  Gesichtspunkten ­
  betrachten  oder  man  beschränkt  sich  auf  die  Kritik
der  Zahlen.
o)  Die  Betrachtung  einer  Bilanz  als  Zahlenstatistik  kann  nur
eine  relative  sein,  wenn  sie  überhaupt  ihren  Zweck  erfüllen  soll-Die
  Bilanzzahlen  an  sich,  als  absolute  Zahlengrößen  betrachtet,
sagen  in  der  Regel  sehr  wenig.  Eine  Zahl,  aus  ihrem  Zusammenhänge ­
  herausgerissen,  verliert  als  Maßstab  für  ein  Urteil  wesentlich ­
  an  Wert.  Die  Bilanzzahlen  müssen  miteinander  und  untereinander ­
  in  Beziehung  gesetzt  (Beziehungszahlen),  die  absoluten
in  Verhältniszahlen  umgewandeU  werden.  Die  so  gewonnenen
Verhältniszahlen  sind  Vergleichszahlen,  die  mit  den  Verhältniszahlen
  derselben  Unternehmung  aus  früheren  Jahren  und  denen
anderer  Unternehmungen  der  gleichen  Erwerbsgruppe  und  derselben ­
  Wirtschaftsperiode  verglichen  werden  können.  Selbstverständlich ­
  sollen  nur  solche  Zahlen  in  ein  Verhältnis  zueinander ­
  gebracht  werden,  die  in  einem  kausalen  wirtschaftlichen
Zusammenhang  miteinander  stehen,  sich  gegenseitig  beeinflussen
und  deren  Verhältnis  zueinander  tatsächliche  Erscheinungen
zahlenmäßig  zum  Ausdruck  bringt.  Z.  B.:  In  den  Bilanzen  der
Brauereibetriebe  stehen  Wirtschaftsanwesen,  Außenstände  an
Hypotheken  und  Darlehne  sowie  die  (häufig  nicht  angegebenen)
Avale  in  Zusammenhang:  sie  hängen  mit  der  in  diesem  Gewerbe ­
  üblichen  Absatztechnik,  nur  mit  dem  scharfen  Wettbewerb ­
  der  Brauereien  untereinander  zusammen  und  bergen
unter  Umständen  ein  bedeutendes  Verlustrisiko  für  die  Unternehmung. ­
  Darlehen  werden  an  Pächter  der  Wirtschaftsanwesen
hinausgegeben;  auch  leisten  die  Brauereien  Bürgschaft  für
ihren  Bierabnehmern  von  Dritten  gewährte  Hypotheken.  Die
Produktionsmenge  bzw.  der  Wert  des  Absatzes  (Umsatz)  beeinflußt: ­
  den  Rohgewinn,  die  Unkosten  der  Unternehmung  und
die  Selbstkosten  der  Waren  bzw.  Fabrikate,  den  Reingewinn,
die  Größe  des  Anlage-  und  des  Betriebskapitals,  die  Höhe  der
            
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