Object: Bilanztechnik und Bilanzkritik

Abschreibungen 
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Neuanschaffungen als Betriebskosten. Die Abschreibungsreserve 
wird durch einmalige Abschreibung geschaffen. 
b) Die Überabschreibung auf Betriebsvermögen wird im Jahre 
der Verwertung des Gegenstandes wieder verfügbar und ver 
mehrt den jährlichen Gewinn. Soll sie auf ihrem ursprünglichen 
Betrag dauernd belassen werden, ist die wiederholte jährliche 
Abschreibung erforderlich; z. B. ( auf Waren- oder Effekten- 
oder Dehitorenbestände werden 50 000 M. übermäßig abge 
schrieben. Durch die Veräußerung der Bestände usw. im folgen 
den Bilanzjahr wird die stille Reserve des vorhergehenden Jahres 
liquidiert, dem Reingewinn zugeführt. Sollen nun auch in den 
folgenden Jahren je 50 000 M. zurückgestellt werden, müßte 
alljährlich dieser Betrag vom Bilanzwert der Bestände abge 
schrieben werden. Der aus der Liquidierung stiller Abschrei 
bungsreserven auf Betriebsvermögen sich ergebende Gewinn 
kann zur Verstärkung des jährlichen Reingewinnes dienen, in 
die Ertragsbilanz fließen oder als offene bzw. wiederum als stille 
Beserve behandelt werden. So überwies die Diskontogesellschaft 
1909 einen Gewinn von 1,88 Milk der Reserve, „die aus der Re 
alisierung von solchen Aktiven stammten, die bei der Fusion 
< f® r Diskonto- mit der Norddeutschen Bank in Hamburg eine 
^linderbewertung erfuhren“. 
Abschreibungen stellen entweder den berechneten oder an 
genommenen Minderwert eines Bilanzpostens oder tatsächliche, 
bereits erlittene Verluste dar. Verluste könnte man auch als 
Spezialreserve in die Bilanz einstellen, anstatt sie abzuschreiben. 
So hat 1898 die Kommerz- und Diskonto-Bank für Verluste bei 
^ er Aussiger Zuckerraffinerie eine Spezialreserve in Höhe von 
^ Mül. M. gebildet, die in der nächsten Bilanz verschwunden 
War - ln diesem Falle blieb festzustellen, ob Verluste in dieser 
Höhe bereits vorhanden waren oder drohten. 
Die Abschreibungsprozente bleiben alljährlich gleich oder 
Wechseln mitunter nach dem 
Jahresergebnis 1 ) oder 
der Höhe 
l ) Betriebsjahr 
Anlagekonten usw. Abschreibg. 
1905/06 
136 846 320 M 
8 422 930 M = 6,15 % 
1906/07 
141 309 640 M 
9 281 842 M = 6,57 % 
des 
1907/08 
150 620 617 M 
11 469 999 = 9,74 % 
Anlage- 
1908/09 
160 804 296 M 
9 415 382 M = 5,82 % 
Kapitals 
1909710 
161 159 791 M 
8 132 044 ß = 5,05 %
	        
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