Full text : Bilanztechnik und Bilanzkritik

Zahlungsbereitschaft.

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19.  Abschnitt.
Die  Liquidität.
(Zahlungsbereitschaft.)
Das  Wesen  der  Liquidität 1 )  besteht  darin,  daß  zur  Deckung
der  täglichen  oder  binnen  kurzem  fällig  werdenden  Verbindlichkeiten ­
  entweder  bereite  Mittel  vorhanden  sind  oder  in  entsprechend ­
  kurzer  Zeit  flüssig  gemacht  werden  können  (50.  Genossenschaftstag, ­
  Berlin  1910,  S.  236).
Die  eigenen  Mittel  der  Unternehmung  ergeben  sich  aus  dem
Unterschied  zwischen  Aktiva  und  Schulden.  Sie  bilden  keinen
frei  verfügbaren  selbständigen  Vermögenskomplex,  sondern  haben
Saldocharakter.  Die  Summe  der  frei  verfügbaren  flüssigen  Mittel
kann  größer  oder  kleiner  als  das  Eigenkapital  sein.  Die  Betriebsmittel ­
  sind  nicht  dem  Eigenkapital  gleich  zu  achten.  Sie
bilden  einen  Teil  der  Gesamtaktiva,  von  denen  vor  allem  die
dauernden  oder  noch  längere  Zeit  dem  Umsatz  entzogenen
Vermögensgegehstände  auszuscheiden  sind,  wie  dauernde  Beteiligungen, ­
  immobiles  Vermögen,  Pfandaktiva  u.  ä.
Man  hat  zu  unterscheiden
1.  die  bilanzmäßige  Zahlungsbereitschaft,  wie  sie  sich  auf
Grund  der  Jahresbilanz  oder  der  Zwischenbilanzen  unter  bestimmter ­
  Gruppierung  der  Aktiva  und  der  Schulden  rein  zahlenmäßig, ­
  man  kann  sagen,  schematisch  ergibt,  die  Bilanzzahlen
Ms  Quantitätszahlen  aufgefaßt.  Von  den  sofort  greifbaren  flüssigen ­
  Mitteln  werden  die  sofort  fälligen  und  die  kurzfristigen
Schulden  in  Abzug  gebracht.  Der  Zahlenunterschied  gibt  an,
°b  und  inwieweit  die  greifbaren  Mittel  zur  Deckung  der  ermähnten ­
  Schulden  ausreichen;

l )  Lit.:  Hansen,  Das  Problem  der  Liquidität  im  deutschen  Kredithankwesen. ­
  Stuttgart  1910  (mit  reicher  Literaturangabe);  Prinzhorn,
Über  die  finanzielle  Führung  kaufm.'  Geschäfte.  Berlin  1902;  Materialien
zur  Frage  des  Depositenwesens.  Verhandlungen  der  Gesamtkommission  zu
Punkt  VI  des  Fragebogens  (Sachregister  s.  v.  „Liquidität“)  Berlin  1910;
Bosenick,  Neudeutsche  gemischte  Bankwirtschaft,  I.  Bd.,  München  1912
(S.  137  fl.);  meine  „Die  Kontrolle  in  kaufm.  Unternehmungen“.  Frankfurt ­
  a.  M.  1920  (Finanzverwaltung,  8.  243  f.).
            
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