248 Zahlnngsbereitschaft.
aber für die Beurteilung der Liquidität aus, weil zwischen Bilanz -
und Auszahlungstag ein erheblicher Zeitraum liegt. Überhaupt
ist zu bemerken, daß alle Liquiditätsberechnungen auf Grund
der Bilanzveröffentlichungen post festum kommen und schon
dadurch erheblich an Wert verlieren.
P. 2. Forderungen der Kunden mit kurzer Kündigungsfrist:
a) Depositengelder mit vereinbarter Fälligkeits- oder Kün
digungsfrist (Termin- und Kündigungsdepositen). Sie müssen
im Geschäftsbericht oder in der Jahresbilanz nach Kündigungs
fristen spezialisiert sein, wenn man ihren Einfluß auf die Li
quidität der Mittel beurteilen will.
b) A&zepfvei'bindlichkeiten: Tratten gegen Guthaben oder
Unterlagen, z. B. Rembourswechsel im Warenhandel. Tratten
ohne Guthaben auf Grund eines Blankokredits, eigene Akzepte
als Geldbeschaffungsmittel (Verkauf eigener Akzepte), Aval
verbindlichkeiten. Unter den Tratten sind die Kreditakzepte,
die in normalen Fällen mit den Mitteln des Ausstellers eingelöst
werden, eingerechnet. Den Avalverbindlichkeiten stehen in der
Regel gleichwertige Avalforderungen gegenüber. In normalen
Zeiten können Kreditakzepte und Avalverpflichtungen bei der
Liquiditätsberechnung ausscheiden, in anormalen Fällen ist
wichtig zu wissen, ob der Kreditvertrag jederzeit kündbar und
ob für die Akzepte genügende Deckung vorhanden ist.
c) Kontokorrentkreditoren, in der Regel ohne bestimmte Ver
fallzeit. Die Bilanz müßte auch hier zwischen gedeckten und
nichtgedeckten Schulden unterscheiden, weil wertvolle liquide
Mittel häufig durch Verpfändung der Verfügungsgewalt des
Eigentümers entzogen werden (vgl. 15. Abschnitt u. S. 226f).
d) Ordnungsmäßig sind die Giroverbindlichkeiten aus in
dossierten Wechseln aufzuführen, ohne sie bei der Liquiditäts
berechnung zu berücksichtigen.
P. 3. Langfristige Schulden (Hypotheken, feste Darlehen).
P. 4. Unkündbare Anleiheschulden.
Wir analysieren in ähnlicher Weise die wichtigsten Aktiv
bestände und ordnen sie nach ihrer Greifbarkeit 1 ):
*) Vgl. die Bilanzschemata von Loeb in den Schriften des Vereins
fftr Sozialpolitik, Bd. 110, S. 317 ff.; Weber, Depositenbanken und Spe
kulationsbanken. Leipzig 1902, S. 278 fl.