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Bankbilanzen.
Die Verluste aus der Unternehmertätigkeit der Banken (Be
teiligungs-, Gründungsgeschäft) lassen sich vermindern durch
größere Zahl der Mitglieder und durch größere Abgaben von
Unterbeteiligungen, die bilanzmäßig allerdings nicht in Er
scheinung treten.
Reportgelder an Banken und Bankiers müssen hinsichtlich
ihrer Liquidität anders beurteilt werden wie solche, die bei dem
spekulierenden Publikum ausstehen. Reports sind Debitoren
posten, welche ein in der Regel auf einen Monat gewährtes
Darlehn gegen Unterlage börsenmäßiger Effekten darstellen.
Sie entstehen infolge Prolongation von Börsenspekulationen.
Während die Kassenspekulation eines Kunden dessen Guthaben
bei der Bank vermindert, wird im Ultimoverkehr der Kunde
nicht für das Engagement belastet, sondern das Geschäft im
Wege des Reports abgewickelt. Die Guthaben bleiben un
verändert, das Debitoren-Konto unberührt. Eine Belebung
des Ultimoverkehrs findet ihren Ausdruck auf dem Report
konto, eine Verminderung des Kassenverkehrs vermindert den
Debitorenbestand.
Bei Lombarddarlehen ist der Rückzahlungstermin bei der
Erteilung des Darlehns nicht bestimmt, bei Reportdarlehen hin
gegen von vornherein festgesetzt. Reporteffekten werden mit
dem vollen Wert belieben, bei Lombarddarlehen nur ein Teil
des Kurswertes. Der „Einschuß“ dient zur Sicherheit, weshalb
manche Banken solche Darlehne bilanzmäßig unter den ge
deckten Debitoren verrechnen. Ob Lombarddarlehen auf Waren
oder Effekten, auf börsengängige oder nichtbörsengängige Werte
ausgeliehen sind, ist in der Regel nicht ersichtlich.
Auf der Passivseite der B. ist das Verhältnis zwischen
Eigenkapital (Aktienkapital und Reserven) und den fremden
Geldern (Depositen und Kreditoren), zwischen eigenen Mitteln
und den Gesamtverbindlichkeiten interessant. Die Agioreserven
der Banken sind stets sehr erheblich, weshalb gerade bei diesen
Unternehmungen eine Trennung der gesetzlichen Reserve in
Agioreserve und Gewinnrücklagen wünschenswert wäre.
Unter den Kreditoren sind Gelder von Nicht-Banken behufs
Verzinsung, fremde Gelder im engeren Sinne, dann Verbindlich
keiten, die sich darauf gründen, daß Banken bei anderen Banken