Bankbilanzen.
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Ertragsbilanz (S. 206) gibt eine Zusammenstellung der Ge
winne und Verluste der Deutschen Bank.
Vorherrschend ist die Tendenz, die Gewinne möglichst zu
sammenzufassen; sie verhindert rechnerische Ermittlungen und
wirtschaftliche Erwägungen. So werden Erträgnisse aus Anlagen
in Reports und Lombards unter Wechsel und Zinsen verrechnet,
teils auf Effekten-Konto mit verbucht, teils auf Zinsen-Konto
übertragen; Gewinne aus Konsortialgeschäften (Gründungen,
Kapitalerhöhungen, Konvertierung, Einführung, Übernahme von
Effekten) mit jenen aus Effekten- und Reportgeschäften zu
sammengeworfen, auch wenn Konsortialbeteiligungen und Effck-
tenbestände in der B. getrennt sind. Kursgewinne an Devisen
und Sorten, die vereinnahmten Wechselzinsen werden als Über
schüsse des Wechsel-Kontos verbucht. Eine andere Bank ver
rechnet, richtig, den Diskontertrag der Platz- und anderen Pari
wechsel getrennt vom Nettoertrag aus dem Kurswechsel cerkehr
und ermittelt den Ertrag aus dem Devisenverkehr erst nach
Abzug der auf Zinsen-Konto übertragenen Devisenzinsen. In
ähnlicher Weise werden in der russischen Bankbilanz (S. 276)
Kursgewinne und Zinseneinnahmen auf fremde Wechsel (Cam-
bien) und Effekten gesondert.
Die Erträgnisse des „regulären“ Bankgeschäfts sind Pro
visionen (Effektenkommissionund Kreditprovisionen) und Zinsen,
wobei zu bemerken ist, daß diese Erträgniskonten aus allen
Arten von Bankgeschäften gespeist werden. Das Provisions-
Konto nimmt alle Gebühren aus allen Vermittlungsgeschäften
der Banken auf, insbesondere aus dem Effektenkommissions-,
dem Kredit- und Garantiegeschäft. Die Erträgnisse des laufenden
(d. h. regulären) Geschäftes sollen die wichtigste Dividenden
quelle der Kreditbanken bilden und in Prozente des Aktien-
bzw. des eigenen Kapitals umgerechnet werden.
Die Zinseneinnahmen sind abhängig von der Entwicklung
des Geldmarktes, des Reichsbank-, Privatdiskonts, des Report
zinses sowie der Spannung zwischen Debet- und Kreditzinsen.
Mit einer Erhöhung des Geldzinssatzes, der Zunahme der Kre
ditgeschäfte und der damit bewirkten größeren Ausnutzung
des eigenen Kapitals wachsen die Zinseneinnahmen, steigern
sich aber auch die von der Bank zu zahlenden passiven Zinsen.