Full text: Aktive Währungspolitik

Wie man den Geldbedarf nicht messen soll. 
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Banken, ein Beweis des Geldmangels sei, während die Anhänger der 
Goldwährung diese Goldbestände als Geldüberschuß ansahen. Die Erfahrung 
gab aber dem Bimetallkften recht, denn als die afrikanischen Goldfelder an 
fingen, große Goldmassen auf den Markt zu werfen, da vermehrten sich die 
Bankbestände nicht (was der Theorie der Goldleute doch entsprechen hätte), 
sie wurden im Gegenteil sofort vom Handel beansprucht. 
Die Emissionsbanken betreten somit einen Circulus vitiosus, wenn sie den 
bei jeder Hausse sich einstellenden privatwirschastlichen Geldhunger als Geld 
bedarf im volkswirtschaftlichen, währungstechntschen Sinne ansehen und diesen 
privatbedarf mit volkswirtschaftlichen Mitteln zu decken suchen. Dieser Bedarf 
ist, wie das Faß der Danaiden, bodenlos, seiner ganzen anatomischen 
Struktur nach unersättlich. 
Man sieht hier deutlich, zu welchen Widersprüchen es führt, wenn die 
Emissionsbanken nicht zwischen privatwkrtschaftlichem Geldhunger und volks 
wirtschaftlichem Bedarf an Tauschmitteln zu unterscheiden wissen, und es lohnt 
fich bei der außerordentlichen Bedeutung dieser Widersprüche, das Spiel der 
Kräfte, die hier in Aktion treten, näher zu betrachten, denn es ist klar, daß 
eine Wendung in dieser verkehrten Währungspolitik erst dann eintreten wird, 
wenn ihre Verkehrtheit nicht allein erfahrungsgemäß, sondern auch begrifflich 
erkannt worden ist. 
Aus irgend einem Grunde, deren es ja im heutigen Geldsystem unzählige 
gibt, steigen die Preise und die Preissteigerung erweckt die kaufmännische, 
spekulative Kauflust. Die Kaufleute suchen Geld, um kaufen zu können und 
die Geldverleiher erhöhen der steigenden Nachfrage entsprechend ihre For 
derungen. Der Zinsfuß steigt. 
Nun erscheinen die Emissionsbanken aus dem plane und sagen: der 
Zinsfuß steigt,- das beweist, daß es an Geld (an Tauschmitteln!) 
fehlt, und wir haben sahungsgemäß die Aufgabe zu erfüllen, 
die Schwankungen im Geldbedarf durch Notenausgabe aus 
zugleichen. Wir haben also jetzt einzugreifen, wir müssen 
diesem wachsenden Bedarf an Geld ein vermehrtes Angebot 
entgegenwerfen, wir müssen mit unseren Noten den Zinsfuß 
herunterdrücken. Man würde uns Borwürfe machen, wenn 
wir das nicht täten. 
Und sie geben allen, die Zins und Sicherheit bieten, nach Bedarf mit 
vollen Händen. Mit diesen neuen Noten erhöhen aber die Kaufleute die 
Nachfrage auf den Märkten und Börsen, treiben die preise hoch, vergrößern 
die Differenzen ä la hausse, nähren damit die Kauflust, erwecken neuen 
Hunger nach Geld, treiben den Zinsfuß weiter in die Höhe, was die 
Emissionsbank zu neuen Notenausgaben veranlaßt. (Schraube ohne Ende.) 
Jedoch im System der Goldwährung ist die Notenausgabe scharf begrenzt 
durch die Metallwährung (zumeist Drittelwährung). Ist diese Grenze erreicht, 
so ist es aus mit den Emissionen. Ist es aber aus mit den Emissionen, so 
ist es auch aus mit der Nachfrage auf den Märkten, aus mit den Differenzen 
ä la hausse, aus mit der Kauflust, aus mit dem prkvatwirtschafilichen Geld 
hunger. Ist es bekannt geworden, daß die Emissionsbank die Dritteldeckung
	        
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