nur variieren ihre charakteristischen Methoden und Zwecke trotz
sonstiger enger Verknüpfung. Erklärt wird dies dadurch, daß der
Staat auf die Menschheit und nicht auf das Individuum abzielt, und
doch gleichzeitig die Eigenschaften des Einzelnen ausbilden und er
höhen muß. Manchem wird dies ein handgreiflicher Widerspruch zu
weiter oben entwickelten Gedanken erscheinen; tatsächlich ist dies
jedoch nicht der Fall. Die Antriebe zum Fortschritt und die Kräfte,
die in den Gesetzen der Aufwärtsentwicklung ausgedrückt sind, be
ziehen sich sowohl auf eine vollkommene Menschheit, die durch das
Medium des Individuums denkt und handelt, als auch auf das sich
bildende Individuum, das in seinem eigenen Denken und Tun ein
stets wachsendes Maß des menschlichen Typus entdeckt. Der mensch
liche Fortschritt prägt sich in der Annäherung an den vollendeten
Typus aus und gestattet einen Einblick in das Studium der Gesetze
des schwankenden Gleichgewichts eines Organismus, der sich eine
edlere und feinere Gliederung gibt. Deshalb befaßt er sich mit dem
Ziele und den Mitteln, es zu erreichen. Die Lebensfähigkeit des Or
gans hängt von der Gesundheit der Zellen ab und vice versa; in dieser
höheren Einheit, zu der der Sozialismus gelangt ist, vermählen sich
Individualismus und Kollektivismus. Nur kann diese Einheit nicht
durch eine Verquickung der Funktionen der verschiedenen Gruppen
und Organe gewonnen werden; denn die Synthesis wird nicht durch
unmittelbares Ineinanderfließen verwirklicht, vielmehr liegt sie in
einem gemeinsamen Hinarbeiten auf dasselbe Ziel. Wenn wir also an
die Vereinigung von Kirche und Staat, von geistlicher und admini
strativer Tätigkeit denken, so sollten wir darunter nicht direkte gegen
seitige Berührung verstehen, sondern ihr harmonisches Zusammen
wirken, über dem maßgebend ihre Einheit schwebt: die Gesellschaft.
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