Full text: Kommentar zum Gesetz über eine Kriegsabgabe von Vermögenszuwachs und zum Gesetz über eine außerordentliche Kriegsabgabe für das Rechnungsjahr 1919 vom 10. September 1919

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Bcrmögcnszuwachsstcrrergesetz. § 5. 
a) Zum Endvermögen gehört nach dem Stande am Stichtage, was §§ 2—9 
BSt.G. als steuerbares Vermögen bezeichnet, abzüglich der nach § 10 BSt.G. 
abzugsfähigen Schulden und Leistungen, ferner aber der in § 6 VZAG. auf 
geführten Beträge und der nach § 7 VZAG. abzugsfähigen Aufwendungen. 
Andererseits sind dem nach den Vorschriften des BSt.G. „steuerbaren" Ver 
mögen hinzuzurechnen die in § 8 VZAG. bezeichneten Beträge. 
' b) Der § 4 BSt.G. — Zusammenrechnung der Vermögen von Ehegatten — 
gilt auch für das Endvermögen nach dem VZAG. 
c) Hinsichtlich der Bewertung gelten die allgemeinen Regeln des § 29 
BSt.G., für Grundstücke die §§ 30—33 BSt.G., sofern die Grundstücke vor 
dem 1. Aug. 1914 erworben sind, unbeschränkt, für später erworbene mit der 
Einschränkung des § 10 VZAG., für Wertpapiere und Forderungen der im § 34 
BSt.G. bezeichneten Art dessen Bestimmungen nur nach Maßgabe des $ 13 
VZAG., für Wertpapiere und Geschäftsanteile der in § 35 BSt.G. bezeichneten 
Art dieser Paragraph nur nach Maßgabe des § 13 VZAG., für andere Kapital 
forderungen und Schulden die allgemeine Regel des $ 36 Abs. 1 BSt.G., für 
noch nicht sättige Ansprüche aus Lebens-, Kapital- und Rentenversicherungen 
der § 36 Abs. 2 BSt.G. mit der authentischen Interpretation des § 11 Abs. 2 
VZAG. und hinsichtlich der erst nach dem 31. Dez. 1913 eingegangenen Ver 
sicherungen mit der Maßgabe des $ 11 Abs. 1 VZAG., für auf bestimmte Zeit 
beschränkte Nutzungen und Leistungen der $ 37 Abs. 1, für immerwährende 
§ 37 Abs. 2 BSt.G., für Renten und andere auf die Lebenszeit beschränkte 
Nutzungen und Leistungen § 38 Abs. 1 und 2 und § 39 BSt.G. mit der Ein 
schränkung des § 12 VZAG. Endlich gelten auch für die BZA. die §§ 40—47. 
«1) Wegen der einzelnen hiernach auf das Endvermögen i. S. des VZAG. 
anzuwendenden Vorschriften des BSt.G. ist auf die vorstehenden Erläuterungen 
zu §§ 3 und 4 VZAG. zu verweisen. 
III. Die Sondervorschrift für Ausländer in Abs. 1 Satz 2. 
1. Nach § 2 VZAG. ist Wohnsitz oder dauernder Aufenthalt im Deut 
schen Reiche bei Angehörigen des Teutschen Reiches und den diesen nach 
Abs. 3 a. a. D. gleichgestellten Personen überhaupt nicht Voraussetzung der 
Abgabepflicht, wohl aber für Ausländer. Jedoch ist schon dort in Abs. 2 Satz 2 
bestimmt, daß auch für diese die Abgabepflicht besteht, auch wenn sie den in 
ländischen Wohnsitz oder Aufenthalt aufgegeben haben, sofern dies erst nach bent 
31. Dez. 1913 geschehen ist. Vgl. die Erläuterungen zu ? 2 unter II B. Für diese 
Fälle, wo Ausländer nach dem 31 Dez. 1913 ihren Wohnsitz oder dauernden 
Aufenthalt im Inlands aufgegeben haben und also nach § 2 Abs 2 Satz 2 trotz 
dem „abgabepflichtig" geblieben sind, bestimmt nun § 5 Satz 2 den Stichtag 
für die Feststellung des Endvermögens. Ohne diese Bestimmung würde dies 
auch für sie gemäß § 5 Satz 1 der 30. Juni 1919 sein. Durch den § 5 Satz 2 
wird an dessen Stelle der Tag des „Wegzugs" gesetzt. 
2. Der Tag des Wegzugs ist, wenn erst nur der inländische Wohnsitz auf 
gegeben, aber der inländische Aufenthalt noch einige Zeit fortgesetzt ist, der Tag 
der Aufgabe auch des letzteren, überhaupt stets der Tag, an dem das letzte der 
beiden die Abgabepflicht begründenden Bänder, Wohnsitz und Aufenthalt, gelöst ist. 
3. Die Fassung des Satzes „so gilt das... festgestellte oder ... fest 
zustellende steuerbare Vermögen" ist nicht besonders geschickt; gemeint ist, daß 
als dieses steuerbare Vermögen nur das im ersten Satz umschriebene vorbehaltlich 
der in den §§ 6—14 vorgesehenen Abweichungen als Endvermögen gilt.
	        
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