Object: Wirtschaft als Leben

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,Freiheit vom Worte“, 
Stellung gleichsam umgebogen und so zur Karikatur geworden, ist 
trotzdem eine tiefe Einsicht in den wahren Sachverhalt: Hinter dem 
kindlichen Glauben an eine „deduktive“ Ableitung aller nationalöko 
nomischen Theoreme aus einem „Obersatz“, da birgt sich ein richtiger 
Instinkt davon, wie sich alle nationalökonomischen Probleme insgesamt 
und notwendig von einem Grundproblem herleiten müßten 1 Die hier 
entscheidende Läuterung der Problematik erheischt es ja, daß man 
aller Probleme gleich in ihrem einheitlichen Zusammenhang habhaft 
wird. Wie anders nun soll dieser Zusammenhang wahrhaft von Ein 
heit sein, als so, daß Ein Problem beherrschend in die Mitte tritt, um 
alle anderen aus sich zu entlassen 1 Freilich, für den herkömmlichen 
Zustand der Problematik gilt dies wieder nur sehr annähernd; das ist 
hier eben das Pathologische. Ihre Probleme, von denen die heutige 
Theorie so wenig weiß, sind einheitlich nur in der gemeinsamen Aus 
richtung auf die „Erwerbswirtschaft“. Jedenfalls, es kommt also auf 
diese „Deduktion der Probleme“ an; wenn man es so nennen darf, 
was an Stelle jener wahnhaften „Deduktion der Theoreme“ wirklich 
in Kraft steht. 
XX. 
So erhellt schließlich auch die Art, wie sich die Allwirtschaftslehre 
des näheren gebärdet, eben als eine „Theorie der Probleme“: In ihr 
vollzieht sich in einheitlichem Zusammenhang die Entwicklung aller 
nationalökonomischen Probleme! Allein, wenn sie bloß mit Problemen 
zu tun hätte, wo bleiben dann die Lösungen, also die eigentlichen 
Theoreme? Aber dieser Zweifel löst sich ungezwungen. Wie lassen 
sich überhaupt Probleme aus Problemen herleiten, oder auch in ver 
kehrter Richtung, wie lassen sich gegebene Probleme auf Probleme 
höherer Art zurückführen? Diese „Filiation der Probleme“ vollstreckt 
sich immer als ein Gleiches, ob nun theoretische Probleme in Frage 
stünden wie hier, oder praktische Probleme wie etwa in Sachen des 
technischen Fortschrittes: allemal sind auch die Lösungen mit von der 
Partie! Zwar läßt sich jegliches Problem zunächst von der Stelle aus 
entfalten, in Teilprobleme zerlegen. Dann aber stockt der „progressus“, 
bis man an die Versuche der Lösungen herantritt und daraus lernt,, 
welche Fragestellungen nun dabei wieder erwachsen. So leben spe 
ziellere Probleme auf, als Tochterprobleme von jenem, das vorher bloß 
entfaltet wurde und sich nunmehr erst recht als das „grundlegende“ 
ausnimmt. Dieses Schema dafür, wie Probleme aus Problemen ent
	        
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