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der 2. Sohle in Verbindung steht. Der Einfall der frischen Wetter erfolgt
nun in den Fördertrummen, wobei die Wetter ihren Wez unmittelbar bis zur
3. Sohle nehmen, während der Auszug der verbrauchten Wetter im eigentlichen
Wettertrumm vor sich geht. Zur maschinellen Bedienung des Wetterzuges hat
in dem über Tage gelegenen Wetterkanal ein Saugventilator (System Pelzer)
Aufstellung gefunden. Das Flügelrad des Ventilators besitzt einen Durchmesser
von 1600 mm bei 400 mm Auswurfbreite. Neben den 12 Flügeln des Saug
ventilators sind noch 12 Schaufeln des Schraubenventilators tätig. Der Venti
lator leistet bei 270 Umdrehungen in der Minute eine Wettermenge von 1230
cbm. Durch Wettertüren mit Schiebern auf den Strecken ist dafür gesorgt,
daß jeder Abbauort einen besonderen und genügenden Luftstrom zugeführt erhält.
Verfasser hatte beim Befahren der Grube im April 1909 Gelegenheit, sich von
dem ausgezeichneten Zustand der Bewetterung persönlich zu überzeugen.
Eine besondere Anlage stellt die Mühle dar, welche mit dem Steinsalz
magazin verbunden ist. In dem 80 m langen, 20 m breiten, vierstöckigen
Gebäude des Steinsalzmagazins liegt die Mühle im nördlichen Teil desselben,
während der südliche Teil das eigentliche Magazin bildet. Zweck der Mühle
ist, die Behandlung desjenigen geförderten Salzes zu übernehmen, welches als
Steinsalz in den Handel gebracht werden soll. Die Mühle steht mit dem Schacht
durch eine Brücke in Verbindung. Die Brücke nimmt ihren Weg von der Ab
zugsbühne in 7 m Hohe zum 3. Stockwerk der Mühle, wobei die Brücke das
Bahngeleise überschreitet. Auf der Brücke befindet sich eine Kontrollwage. Die
maschinelle Einrichtung der Mühle ist folgende. Im 3. Stockwerk befinden sich
4 Kreiselwipper, unter welchen im 2. Stockwerk 4 Vorbrecher stehen. Das 1.
Stockwerk enthält 8 Mahlgänge und 1 Leseband. Vom Erdgeschoß bis zum
Dachgeschoß gehen 4 Elevatoren, desgleichen sind 2 Aufzüge im Betrieb. Das
Dachgeschoß enthält 4 Doppelsiebe mit Transportschnecken. Die Vorbrecher sind
ihrer Konstruktion nach sogenannte Kaffeemühlen, die aus einem zylindrischen
Mahlrumpfe mit darin befindlichem senkrecht rotierendem Kegel bestehen. Der
Kegel bewirkt mit seinen Zähnen die Mahlarbeit, wobei er 34 Umdrehungen
in der Minute leistet. Jeder Mahlrumpf schneidet mit seinem oberen Kranz
am Boden des 2. Stockwerks ab. Die Anordnung der Mahlgänge ist unter
läufig, was den Vorzug hat, daß das auf dem Unterstein lagernde Mahlgut
infolge der Zentrifugalkraft selbsttätig an die Peripherie zum Ueberfall gebracht
wird. Hierbei ergibt sich allerdings der Nachteil, daß das Steingewicht und der
Mahldruck auf dem Spurlager lastet. Die Steine besitzen einen Durchmesser
von 1250 mm, die Dicke beträgt 300 mm. In der Minute leistet der Mahl
gang 120 Spiele. Die Elevatoren arbeiten mit Bechern, die an Ketten ange
bracht sind. Die Konstruktion der Siebapparate zeigt einen Kasten, in dem sich
2 konische, mit einander verbundene Siebe um eine horizontal gelagerte Achse
bewegen. Die Siebe leisten 10 bis 1.2 Umdrehungen in der Minute. Mit den
Siebapparaten stehen die Transportschnecken in Verbindung.
Der Fabrikationsverlauf in der Mühle vollzieht sich in folgender Form:
Nachdem die Fvrderwagen vom Schacht bis zum 3. Stockwerk der Mühle an
gefahren sind, erfolgt durch die 4 Kreiselwipper Entleerung des Fördergutes
nach dem 2. Stockwerk. Dort geht ein Zerkleinern des Gutes vor sich, auch
wird hier das Auslesen der Berge durch Knaben bewirkt. Hierauf wird das
ausgelesene Gut in die 4 Vorbrecher geschaufelt. Die Vorbrecher mahlen das