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nossen und darauf gegründete Genossenschaftlichkeit enthält sie
ein Stück echter, nichtutopischer, daher nur verhältnismäßig
„kommunistischer" Wirtschaft; durch Beweglichkeit, freie Aus
einandersetzung der Glieder enthält sie ein Stück „freien Ver
kehrs", aber nicht in dem utopischen Sinne zufällig zusammen
treffender, selbstwüchsiger Wirtschaftsatome, sondern in dem
Sinne von Verkehr als Erscheinungsform und Verwirklichungs
weise von Ganzheit. Die gemeinsame geistige Grundlage, auf
der sich die „ständische" Gliederung erhebt, verleiht ihr endlick
das Gepräge einer völkischen Wirtschaft.
Die ständisch-genossenschaftliche Wirtschaftsgestalt ist die
jenige, welche allein dem Baugesetz echter Ganzheit vollkommen
entspricht. Wirtschaft erklärten wir ja ftüher als das Gebäude
von Mitteln für Ziele. „Gebäude" heißt aber, daß die Mittel
nur in bestimmter Rangfolge ihren jeweiligen Zielen gewidmet
würden, also in einer Hierarchie, als Glieder einer Ganzheit!
Die ständische Wirtschaft wahrt nun durch und durch diesen
Charakter von Ganzheit, weil sie nirgends aus Einzelnen,
Isolierten, sondern stets aus Unterganzen (Verbänden) besteht,
die Umfang und Wert von ihrer Rangstellung, ihrer Leistung
ableiten; sie zeigt vollkommene Mannigfaltigkeit der Glieder
wie der echte Organismus und ist daher zum Unterschied von
der Planwirtschaft vollkommen lebensfähig; sie erreicht dies
dadurch, daß die Verbände auf verhältnismäßige geistige
Gleichartigkeit ihrer Glieder begründet sind, und dabei dennoch
sowohl im Innern wie nach oben und unten hin gewisse Frei
heiten haben und diejenigen Änderungen ihrer Lebensbe
dingungen, die sich durch geistige, technische und stoffliche
Entwicklungen ergeben, durchführen und durchkämpfen können;
sie ist vor allem ferner aber dadurch lebensfähig, daß sie im
inneren Umkreise selbstbestimmend (autonom) ist, daß sie die-