Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

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Nach  Alb.  Duncker  (Zur  Geschichte  der  Kasseler  Kunstschätze,  Deutsche
Rundschau  34,  1883,  S.  222  u.  224,  vgl.  a.  ZHG.  N.  F.  Bd.  9,  1882,  S.  262)  bestand ­
  das  Medaillenkabinett  aus  548  Stück  goldenen  und  4328  Stück  silbernen
Medaillen,  wozu  noch  122  Stück  rare  Taler  kamen,  und  wurde  in  Paris  eingeschmolzen. ­
  Dem  widerspricht  unsere  obige  aktenmäßige  Darstellung.
Jedenfalls  kann  nur  ein  Teil  der  Medaillen  eingeschmolzen  sein.
18.  Im  Jahre  1795  kauft  Rothschild  von  einem  Offizier  zwei  Ringe
mit  Rosetten,  deren  Preis  350  Tlr.  betrug  (Fftm.:  Ugb.  D  85  Nr.  107).  Im
Jahre  1808  verkauft  der  Kurfürst  von  Hessen  an  Rothschild  lackierte  und
Porzellanvasen  nebst  sieben  Paar  Schnallen  für  396  Rtlr.  16  g.  Gr.;  im  Jahre
1809  zwei  Zahnstocheretuis  von  Porzellan,  eine  Dose,  zwei  Stockknöpfe
und  ein  Siegel  für  70  Rtlr.  20  g.  Gr.;  in  demselben  Jahre  einige  goldene  Dosen,
zwei  Paternoster  und  zwei  Flacons  für  1345  Rtlr.  20  g.  Gr.,  eine  Dose  von
Achat  und  drei  Stöcke  für  283  Rtlr.  8  g.  Gr.,  ein  antikes  Kästchen  von
Schildpatt  mit  silbernem  und  vergoldetem  Beschlag,  einen  silbernen  und
vergoldeten  kleinen  Korb  und  einen  mit  Golddraht  überspannten  lapis
bezoardicus  für  56  Rtlr.  16  g.  Gr.,  altes  Silber  von  ausgebrochenen  Diamanten
für  5  Rtlr.  16  g.  Gr.,  endlich  ein  Lavoir  von  Porzellan  und  eine  Tasse
mit  Unterschale,  stark  mit  Gold  eingefaßt,  für  566  Rtlr.  16  g.  Gr.  Am
2.  Januar  1811  erhielt  Rothschild  vom  Kurfürsten  alte  Pretiosen  im  Betrage
von  170  Rtlr.  Der  Ring,  den  der  Kurfürst  im  Jahre  1813  kaufte,  kostete
750  Rtlr.  20  g.  Gr.  (Marbg.:  Reservekassenrechnung  1808  S.  9,  1809  S.  15  f,
1811  S.  22,  1813  S.  31.)
Im  Jahre  1792  fand  in  Frankfurt  die  letzte  Kaiserkrönung  statt.  Bei
dieser  Gelegenheit  schenkte  Franz  II.  dem  Reichserbmarschall  Grafen  von
Pappenheim  eine  goldene  mit  Brillanten  besetzte  Dose,  deren  Wert  auf
20000  fl  geschätzt  wurde.  Dieses  Stück  wurde  angeblich  später  an  Rothschild ­
  verkauft.  Es  ist  aber  fraglich,  ob  die  Geschichte  wahr  ist.  Denn  der
Verfasser  des  Werkes,  in  dem  sie  mitgeteilt  wird,  Vierzig  Jahre  aus  dem
Leben  eines  Toten,  Tübingen  1848  (Bd.  1,  S.  22  f  ),  ein  Literat  namens  Friederich,
ist  nicht  frei  von  Irrtümern.  Er  erzählt  S.  31  noch  eine  völlig  unglaubhafte
Rothschildgeschichte  und  behauptet  dabei,  Meyer  Amschels  Mutter  noch
gesehen  zu  haben,  die  bereits  36  Jahre  tot  war,  als  Friederich  geboren  wurde.
Rothschilds  sonstiger  Warenhandel.
19.  Fftm.:  Ugb.  D  93  Nr.  85.
20.  Ehrenberg,  Große  Vermögen,  Jena  1902,  S.  57  f.  Buxton,  Memoirs,
(zuerst  London  1848)  Ausg.  1898,  S.  160.
21.  Demachy,  Les  Rothschild,  Serie  2,1,  Paris  1896  S.  52.
22.  Es  erstreckte  sich  dieses  Dekret  auf  Frankreich,  Holland,  Berg,
die  Hansestädte,  überhaupt  auf  das  Gebiet  vom  Main  bis  an  das  Meer,
ferner  auf  Italien,  die  Illyrischen  Provinzen,  Neapel,  die  von  französischen
Truppen  besetzten  spanischen  Provinzen  und  alle  Städte  und  nahe  gelegenen
Ortschaften,  wo  sich  sonst  kaiserliche  Truppen  befanden.  Die  Schweiz,
Österreich,  Preußen,  Schweden,  Dänemark  und  Rußland  wurden  aufgefordert,
das  Dekret  ebenfalls  zu  befolgen.
            
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