Full text: Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

Der Kurfürst hatte eigenhändig eine Aufstellung gemacht zur 
Verteilung der in Kassel verbliebenen Objekte auf verschiedene 
Verstecke, und dieses noch vorhandene Verzeichnis wurde dann 
von Buderus vervollständigt 65 . Eine ganze Reihe späterer Spezial 
verzeichnisse gibt weitere Ergänzungen und stellenweise ein 
gehendere Spezifikationen. Auch zeigen sie zugleich, daß bei der 
Ausführung gewisse Verschiebungen des ursprünglichen Planes 
stattfanden. Aus der Vergleichung aller dieser Verzeichnisse ergibt 
sich unter Heranziehung sonstiger bezüglichen Ermittlungen folgen 
des Bild. 
Die wertvollsten und wichtigsten Objekte wurden auf der 
Wilhelmshöhe unter der Treppe des nördlichen Schloßflügels unter 
gebracht. Hier befanden sich insgesamt 24 Kisten oder Koffer. 
Vier davon waren mit Kupons gefüllt, einer mit Kupons und Kriegs 
zahlamtsrechnungen und einer mit Kupons und Obligationen sowie 
fünf Päcken [Obligationen], die den von Hessenstein, Heimrodt und 
Haynau zugehörten. Drei Kasten enthielten die Unterpfänder, die 
Meyer Amschel Rothschild, Rüppell L Harnier, Michel Simon und 
Herz Meyer gegen Darlehen hinterlegt hatten. Sie bestanden in 
Staatspapieren und bezifferten sich auf über V/a Millionen fl. Aus 
dem Bellevueschloß stammten zwei Geldkasten mit Dosen und 
Pretiosen, aus der Lichtkammer daselbst ein großer Kasten mit 
Silber, aus dem Wilhelmshöher Schloß ein Kasten mit einem 
Kampagne-Service, das der Reichsgräfin von Schlotheim gehörte. Die 
Kleider der letzteren waren in vier Kasten oder Koffern unter 
gebracht. In zwei Kasten waren die Kriegs- und Kammerkassen 
etats der Jahre 1786 bis 1805 verpackt. Vier Kasten waren mit 
Kriegskassen-Akten gefüllt, und einer enthielt außer Kriegskassen 
akten noch zwei Pakete mit Pretiosen des Kurfürsten. 
Im Fronton des Wilhelmshöher Schlosses befanden sich eben 
falls in ca. 24 Kisten verpackt die Kataloge der Wilhelmshöher 
Schloßbibliothek und pretieuse Bücher aus derselben, ferner viele 
Akten aus dem Geheimen Kabinettsarchiv des Bellevueschlosses, 
vor allem die Urkunden und Belege zur Kabinettskassenrechnung 
der Jahre 1786 bis 1806, die in über 70 Foliobände gebunden 
waren, wozu noch zwei Konvolute kamen. 
Im Keller der im Wilhelmshöher Park gelegenen Löwenburg 
wurde die gleiche Zahl Kisten oder Koffer wie im Nordflügel des 
Schlosses untergebracht. Eine Kiste enthielt Staatspapiere der Reichs-
	        
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