gräfin v. Schlotheim, Obligationen von der Militär- und der Zivilwitwenkasse,
dem Hofgericht, dem Hofhospital, dem Steuerkollegium,
auch Ordensobligationen; ferner Kriegs- und Kabinettskassenakten
und die Vollmachten zur Übertragung der in London angelegten
Annuitätenkapitalien auf andere Namen. Ein eisenbeschlagener
Koffer enthielt die Staatspapiere der Majorin von Thümmel. Aus der
Löwenburg selbst stammten goldene Becher und Schalen, die mit
dem Inventarium des Rittersaalbüffetts, einem Päckchen aus dem
Geheimen Kabinettsarchiv, Büchern und drei Holzschnitten in einen
Verschlag verpackt waren. Fünf weitere Verschlüge bargen das
Porzellan, das Tafelleinen und weitere Kleidungsstücke der
Reichsgräfin von Schlotheim. Eine Kiste war mit Manualien vom
Kriegszahlamt gefüllt, sieben Kisten mit Urkunden vom Geheimen
Kabinettsarchiv (Hofarchiv), sieben weitere mit solchen von der
Oberrentkammerkasse, eine achte enthielt außerdem Kupons.
Auf das einsame Jagdschloß Sababurg im Reinhardswald sollten
47 Kisten verbracht werden. Über dieses Versteck ist kein Spezialverzeichnis,
sondern ebenso wie über das Fronton des Wilhelmshöher
Schlosses nur der Entwurf des Kurfürsten erhalten. Dieser
hatte das Silber aus der Lichtkammer des Bellevueschlosses dorthin
bestimmt. Doch ist zu bemerken, daß eine Kiste mit solchem
Silber tatsächlich im nördlichen Flügel des Wilhelmshöher Schlosses
versteckt war (s. o.). Sie enthielt einen silbernen Teetisch mit Teemaschine
u. a. Es kamen ferner nach Sababurg eine Toilette aus
dem Kabinett des Kurfürsten, Pretiosen aus dem Museum, Pretiosen
der Kurfürstin, Silber vom Kurprinzen und eine Toilette der Kurprinzessin.
Auch Porträts aus der Bildergalerie sollten dorthin verbracht
werden, wobei jedoch bemerkt wird, daß diese Bilder nachher
ins kurfürstliche Schloß gebracht wurden. Außer Papieren vom
Marstall werden bei diesem Versteck keinerlei Akten erwähnt.
Die Sachen wurden auf zwei Wagen verladen, von denen jeder
mit vier Maultieren bespannt war 66 , und man darf annehmen, daß
sich darunter eine schwere Masse von Silbersachen und Kostbarkeiten
befand 67 . Sie fielen alle in die Hände der Franzosen.
Der Kurfürst war geizig und mißtrauisch. Bei seiner Flucht
hatte er als sog. Landesregierung die Staatsminister von Waitz und
von Baumbach zurückgelassen und außerdem zur Landesdirektion
mit designiert den Oberjägermeister von Witzleben und den Generalmajor
von Webern. Hätte er sich mit diesen Männern zeitig