Standesvertretung der Arbeiter. 145
lung, Gliederung und Veröffentlichung svnst etwa vorhandenen
Stoffes, der aber zu zerstreut ist, um genügend gekannt und
verwertet zu werden. In Deutschland ist zunächst durch Schaffung
einer besonderen „Kommission für Arbeiterstatistik"
(1892) — aus höheren Beamten und Reichstagsabgeordneten
bestehend — die Möglichkeit zu besserer Aufklärung der tatsächlichen.
Verhältnisse geboten worden. Die Kommission hat
eine Reihe wichtiger und wegen ihrer Ergebnisse beachtenswerter
Erhebungen veranlaßt. Im Jahre 1902 ist im Kaiserlichen
StatistischenAmte eine besondere Abteilung für Arbeiterstatistik
errichtet. In ihr ist jetzt die Hauptstelle für die
einschlägigen Arbeiten zu erblicken; für die Unfall- und Invalidenversicherung
wird die Statistik wie bisher vom Reichs-Versicherungsamt
aufgemacht. An Stelle der erwähnten
Kommission ist nunmehr der „Beirat für Arbeiterstatistik"
getreten und der genannten Abteilung des Kaiserlichen
Statistischen Amtes beigegeben. Der Beirat hat wie jene Kommission
namentlich eine begutachtende und anregende Tätigkeit
auszuüben, aber auch erforderlichen Falles Auskunftspersonen
zu vernehmen. Er steht unter dem Vorsitze des
Präsidenten des Kaiserlichen Statistischen Amtes und setzt sich
im übrigen aus 14 Mitgliedem zusammen, die je zur Hälfte
durch Bundesrat und Reichstag für die Dauer jedes Gesetzgebungsabschnitts
gewählt werden. Zu seinen Sitzungen
kann der Beirat Arbeitgeber und Arbeitnehmer in gleicher
Zahl als Beisitzer mit beratender Stimme zuzieheir. Von
der Abteilung für Arbeiterstatistik im Kaiserlichen Statistischen
Amte wird seit 1903 u. a. das „Reichs-Arbeitsblatt" herausgegeben.
(Vgl. Band 209 dieser Sammlung, S. 123ff.)
24. Stmidesvertretimg der Arbeiter.
Eine gewisse Vertretung finden die Arbeiter bereits in
ben verschiedenen Einrichtungen zu ihrer Beratung in Rechtsvan
der Borght, Volkswirtschaftspolitil. 10