Full text : Volkswirtschaftspolitik

Arbeilerwvhnungsfrage

161

Kopf  der  Bevölkerung  übersteigt,  zur  Erleichterung  der  Durchführung ­
  der  Witwen-  und  Waisenversorgung  angeordnet  und
als  Zeitpunkt  für  das  Inkrafttreten  einer  gesetzlich  geregelten
Witwen-  und  Waisenversicherung  den  1.  Januar  1910  ins
Auge  gefaßt  (inzwischen  bis  1.  April  1911  hinausgeschoben). ­
  Die  erforderlichen  zahlenmäßigen  Unterlagen  sind
durch  die  Berufszählung  vom  12.  Juni  1907  beschafft.
Der  im  Reichsamte  des  Innern  1909  aufgestellte  Entwurf
der  „Reichsversicherungsordnung"  hat  die  Regelung  der
Witwen-  und  Waisenversicherung  im  engsten  Zusammenhange ­
  mit  der  Invalidenversicherung  vorgesehen.  Auch  der
österreichische  Gesetzentwurf  über  die  „Sozialversicherung"
von:  3.  November  1908  will  mit  der  geplanten  Invalidenversicherung ­
  die  Hinterbliebenenversicherung  verbinden.  Wegen
der  Ergänzung  durch  eine  Arbeitslosenversicherrmg  s.  Ziff.  25.
(Vgl.  Band  267  dieser  Sammlung.)
31.  Arbeiterwohnungssrage.
Die  Beseitigung  der  Mißstände  im  Arbeiterwohnungswesen ­
  ist  eine  der  wichtigsten  Aufgaben  der  Arbeiterwohlfahrtspolitik. ­
  Billigere  gesunde  Arbeiterwohnungen  tragen
zur  Hebung  der  wirtschaftlichen  Lage  des  Arbeiters  unmittelbar ­
  viel  bei,  weil  der  Arbeiterhaushalt  durch  die  Ausgabe  für
die  Wohnungen  besonders  stark  belastet  wird,  und  verbessem
die  Vorbedingungen  für  Erhaltung  der  Arbeitskraft  und  für
Beseitigung  sittlicher  Gefahren.  Darüber  besteht  keine  Meinungsverschiedenheit.
  Gemeinden,  Genossenschaften  und
Arbeitgeber  haben  deshalb  bereits  einzugreifen  gesucht.  Auch
die  staatliche  Gesetzgebung  hat  u.  a.  in  England  (seit  1851,
besonders  durch  das  Arbeiterwohnungsgesetz  von  1890  und
durch  weitere  Gesetze  aus  den  Jahren  1899,  1900,  1903  und
1907),  in  Belgien  (Arbeiterwohnungsgesetz  von  1889),  in
Frankreich  (Gesetze  von  1894  umd  1906),  in  den  Niederlanden
van  der  Borght,  Volkswirtschaftspolitik.  ]]
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.