Full text : Volkswirtschaftspolitik

Arbciterschntzpolitik.

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fi.  Arbeitcrschutzpolitik.
Das  volkswirtschaftliche  Bedürfnis  verlangt,  daß  mit  dem
Grundstock  menschlicher  Arbeitskraft,  der  für  die  wirtschaftliche ­
  Arbeit  zur  Verfügung  steht,  sorgfältig  und  vorsichtig
umgegangen  wird.  Anderenfalls  entsteht  die  Gefahr,  daß
Kraft,  Gesundheit  und  Leben  der  Arbeitenden  vorzeitig  verbraucht ­
  wird.  Die  Einseitigkeit  der  Beschäftigung,  die  sich
aus  der  weitgehenden  Arbeitsteilung  innerhalb  der  Betriebe
ergibt,  verstärkt  die  Gefahr  noch  erheblich.  Dazu  tritt  die
Tatsache,  daß  eine  große  Anzahl  jugendlicher  und  weiblicher
Arbeitskräfte  verwendet  wird.  Sie  sind  im  allgemeinen  gegen
schädliche  Einwirkungen  der  Berufsarbeit  weniger  widerstandsfähig, ­
  und  daraus  erwächst  die  Gefahr,  daß  sie  besonders ­
  schnell  dauernde  Nachteile  erleiden,  Nachteile,  die
zum  Teil  auch  das  kommende  Geschlecht  schwächen.  Das
alles  würde  das  Verhältnis  zwischen  den  arbeitsfähigen  und
den  zur  Arbeit  nicht  mehr  verwendbaren  Teilen  der  Bevölkerung ­
  ungünstiger  gestalten  und  die  wirtschaftliche  Arbeit
des  Volkes  mit  einer  unnatürlich  großen  Fürsorge  für  verbrauchte ­
  Menschen  belasten.  Solchen  Nachteilen  entgegenzuwirken, ­
  bedarf  es  nach  den  bisherigen  Erfahrungen  im
allgemeinen  des  staatlichen  Eingreifens.  Die  Kraft  und  oft
genug  auch  das  Verständnis  der  Arbeitenden  selbst  reicht  dazu
in  der  Regel  nicht  aus.  Zu  dem  gleichen  Ergebnisse  führt  die
Rücksicht  auf  die  Erhaltung  der  Wehrfähigkeit  des  Volkes  und
das  sittliche  Gebot,  den  Schwachen  da  zu  schützen,  wo  er  sich
nicht  selbst  helfen  kann.
Die  staatlichen  Eingriffe  zum  Schutze  der  Arbeitskraft,
der  Gesundheit  und  des  Lebens  der  Arbeiter  bilden  den  Inhalt ­
  der  „d^rbeiterschutzpolitik",  die  zugleich  ein  wichtiger  Be
standteil  der  „Sozialpolitik"  im  weiteren  Sinne  ist.  DerStant
kann  dabei  schrittweise  von  Fall  zu  Fall  je  nach  dem  vorliegenden ­
  Bedürfnis  oder  von  vornherein  mit  allgemeinen
            
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