Vierter Abschnitt
Die Lösch- und Ladeeinrichtungen »im Strom« und ihre Kosten.
Der äußerst umfangreiche Verkehr »im Strom« im Hamburger
Hafen vollzieht sich für Seeschiffe an den Dückdalbenreihen sowohl
in der Elbe, wie in den Hafenbecken und an den nicht mit
Gleisen und Schuppen versehenen Kaimauern des Kuhwärder-
und Kohlenschiffhafens. Im Strom löschen oder laden solche
Schiffe, deren — im Vergleich zu ihrem Volumen geringwertige
— Güter nur die verhältnismäßig niedrigen Hafengebühren tragen
können und ferner solche, deren Lösch- und Ladegeschäft nicht
besonders eilig ist. Es werden demnach einerseits große Schiffe
»im Strom« löschen, die z. B. Kohle oder Getreide als Gut führen
°der andererseits kleinere Dampfer, meist mit geringwertigen
Gütern und besonders die Segelschiffe, die durchweg weder wert
volle Güter führen noch sehr an die Zeit gebunden sind. Die
Durchschnittsgröße der nur »im Strom« löschenden und ladenden
Schiffe betrug im Jahre 1911: 498 Registertonnen bei 11 974 Schiffen
m it 5964498 Registertonnen. Die durchschnittliche Größe der an
den Kais allgemein verkehrenden Schiffe dagegen betrug für
das gleiche Jahr: 1175 Registertonnen bei 6173 Schiffen mit 7255055
Registertonnen.
Aus diesen Zahlen geht deutlich hervor, daß im allgemeinen
die größeren und damit auch wohl die wertvolleren Schiffe am
Kai löschen, denn es handelt sich ja in erster Linie um Dampfer;
Segelschiffe benutzen die Kais nur sehr selten. Die Anforderungen
an die Schnelligkeit dürfen naturgemäß beim Strom-Lösch- und
'Ladebetrieb nicht groß sein, wenn der Umschlag nicht zu sehr
verteuert werden soll. Mit anderen Worten: die Lösch- und Lade
zeit darf einerseits von der Behörde nicht zu kurz bemessen werden
nnd ferner darf das Lösch- und Ladegeschäft bei möglichster Be
schleunigung keine hohen Kosten verursachen. Die Liegezeit der