Full text : Die modernen Lösch- und Ladeeinrichtungen und ihre Bedeutung für die Seeschiffahrtsbetriebe

tätige  Fortrollen  der  leeren  Waggons  durch  Anwendung  einer
schiefen  Ebene,  wie  bei  den  Ruhrorter  Anlagen,  eine  wesentliche
Beschleunigung  des  Löschbetriebes  gegenüber  dem  Fortschaffen
der  Waggons  vermittelst  Spills,  Drehscheiben  und  Schiebebühnen
bedeutet.
Der  Bunkerbetrieb.
Wir  wenden  uns  jetzt  dem  Bunkerbetrieb  zu.  Man  versteht ­
  darunter  das  Bekohlen  der  Schiffe,  d.  h.  das  Einnehmen  von
Kohlen  für  die  Speisung  der  Maschinen  auf  den  Dampfern.  Dieser
Bunkerbetrieb  kann  land-  oder  wasserseitig  erfolgen.  Das  landseitige ­
  Bunkern  findet  in  Hamburg  nur  im  Bezirk  der  Hapag
statt,  welche  die  vorhin  besprochenen  fahrbaren  elektrischen  Kohlenwinden ­
  am  Kai  verwendet,  besonders  auch  zum  Bunkern  ihrer
westfälischen  Kohlen.  Aber  daneben  gibt  es  in  anderen  Häfen,
wo  eben  viel  mehr  Kohle  vom  Binnenland  per  Eisenbahn  an  den
Hafen  gebracht  wird  als  in  Hamburg,  andere  Einrichtungen  für
den  landseitigen  Bunkerbetrieb.  So  sei  hier  eine  Kohlenförderanlage ­
  erwähnt,  die  die  Holland-Amerika-Lijn  in  Rotterdam
am  Kai  Wilhelminakade  baut,  um  ihre  Schiffe  landseitig  zu  bekohlen. ­
  »Den  Kai  entlang  unter  dem  Dach  eines  neuen  zweistöckigen ­
  Schuppens  aus  Eisenbeton,  300  m  X  51  nt  im  Grundriß ­
  groß,  ist  die  mit  einem  Turm  versehene  mechanische  Kohlenförderanlage ­
  aufgestellt.  Die  Kohle  wird  vom  Schiff  oder  vom
Eisenbahnwagen  durch  Förderkörbe  gehoben  und  in  einem  Behälter ­
  abgesetzt,  aus  dem  sie  durch  Elevatoren  in  einem  zweiten
Behälter  im  Turm  gehoben  wird.  Aus  diesem  Behälter  gleitet  die
Kohle  in  kleine  Wagen,  welche  elektrisch  durch  die  Länge  des
Schuppens  laufen  und  sich  automatisch  in  Röhren  entleeren,  die
in  die  Bunker  der  Dampfer  führen.  Die  vorgesehene  Leistung
beträgt  etwa  150  Tonnen  stündlich« 1 ).
In  Hamburg  kommt  fast  einzig  der  Bunkerbetrieb  von  der
Wasserseite  in  Betracht.  Hier  herrscht  noch  sehr  viel  der  Handelnd ­
  Donkeybetrieb,  der  sich  in  umgekehrter  Reihenfolge  abspielt
wie  das  an  anderer  Stelle  beschriebene  Löschen  der  Kohle  vom
Kohlendampfer  in  die  Flußfahrzeuge.  Dieser  Hand-  und  Donkeybetrieb ­
  aber  weist  verschiedene  Schwächen  auf.  Einmal  genügt
seine  Leistungsfähigkeit  von  10  Tonnen  per  Stunde  bei  einem
Gang  von  sieben  bis  neun  Mann  nicht  immer  den  Anforderungen
a n  die  Schnelligkeit,  die  die  großen  Überseedampfer  an  die  Bunkerei
J )  Cool  und  Canter  im  Bericht  für  den  12.  internationalen  Schiffahrtskongreß,
Philadelphia  1912,  für  Rotterdam,  S.  17.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.