Full text : Die modernen Lösch- und Ladeeinrichtungen und ihre Bedeutung für die Seeschiffahrtsbetriebe

pro  Stunde.  Um  mit  dem  Elevator  bequem  überall  in  das  Schiff
gelangen  zu  können,  ist  derselbe  auf  Schienen  an  der  Kaikante
fahrbar,  und  der  überdachte  Triebswerkwagen  mit  automatischer
Wage  und  Absackvorrichtung  versehen« 1 ).  Das  waren  und  sind
noch  heute  die  Einrichtungen  für  Getreidelöschung  am  Kai.
Für  den  Getreideumschlag  vom  Seeschiff  ins  Flußschiff
»brauchte  man  eine  Zeitlang  elektrische  Elevatoren  mit  ausziehbarem ­
  Gehäuse,  welche  am  Verladebaum  der  Schiffe  aufgehängt
und  in  den  Schiffsraum  gelassen  wurden.  Der  Transport,  die  umständliche ­
  Vorbereitung  und  das  langwierige  Einstellen  dieser
Elevatoren  waren  jedoch  der  weiteren  Einführung  hinderlich.  Man
ging  daher  in  Hamburg  zu  den  pneumatischen  Elevatoren,  schwimmenden ­
  Getreidehebern,  über.  Dieselben  sind  in  der  Handhabung
und  im  Betrieb  derartig  einfach  und  für  die  Arbeiter  gesünder  in
der  Bedienung,  daß  solche  trotz  des  15-  bis  18  mal  höheren  Kraftverbrauchs ­
  als  bei  den  Becherelevatoren  heute  fast  allein  das  Feld
beherrschen« 1 ).  Das  Prinzip  ist  folgendes:  mittels  beweglicher,
gelenkiger  Saugrohre  wird  das  Getreide  pneumatisch  etwa  18  bis
25  Meter  hochgesogen,  fällt  oben  auf  den  Boden  eines  Turmgehäuses, ­
  von  wo  es  durch  eine  Klappe,  die  sich  bei  einem  bestimmten
Gewicht  nach  unten  öffnet  und  zugleich  automatisch  die  Gewichtsmenge ­
  feststellt,  durch  einen  Trichter  mit  verlängertem  Rohr  in
die  Leichterfahrzeuge  oder  Schuten  gelangt.
Die  Zahl  dieser  pneumatischen  Getreideheber  beträgt  in
Hamburg  augenblicklich  20,  wovon  4  der  Hapag  und  16  der
Getreidehebergesellschaft  gehören.  Die  Heber  der  Hapag  sind
alt,  nämlich  die  drei  Heber  mit  je  150  Tonnen  Stundenleistung
arbeiten  seit  zwölf,  einer  von  75  Tonnen  stündlicher  Leistung  seit
sechszehn  Jahren.  Die  durchweg  neueren  Heber  der  Getreidehebergesellschaft ­
  kosten  per  Stück  330000  Mk.  und  haben  eine  Leistungsfähigkeit ­
  von  200  Tonnen  stündlich.  Der  Löschbetrieb  kostet  pro
Tonne  80  Pfennig,  d.  h.  ebensoviel  wie  der  Handbetrieb.  So  besteht
also  der  ganze  Vorteil  der  pneumatischen  Löschung  für  die
Reedereien  einzig  und  allein  in  der  Möglichkeit,  das  Getreide  in
äußerst  kurzer  Zeit  löschen  zu  können.  Irgend  welche  direkte
Kostenersparnis  ergibt  sich  nicht.  Aber  dieser  Vorteil  des  schnelleren
Arbeitens  fällt  gerade  bei  Getreide  ganz  enorm  ins  Gewicht,  wie
ich  das  später  noch  ausführen  werde.  Nebenbei  sei  daran  erinnert,
daß  das  Getreide  hier  auch  einem  qualitätsverbessernden  Prozeß'
durch  die  pneumatische  Lüftung  unterzogen  wird.
*)  Bubendey  und  Meyer  a.  a.  O.  S.  27.
            
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