Full text: Der deutsche Zollverein

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Fürstentümer Sigmaringen und Fechingen zum Anschluß an feine- 
Zollgesetzgebung veranlaßt hatte, doch so, daß Württemberg auch 
die ganze Zollverwaltung übernehmen und die Fürstentümer nur 
den übrig bleibenden Nettoertrag der Zollergebnisse nach Maßgabe 
ihrer Bevölkerung und Territorialausdehnung einzustecken hatten. 
Dann hatte Württemberg ein sichtliches Entgegenkommen gegen 
Bayern bewiesen, indem es unter bereitwilliger Zustimmung der 
Dämmern sein Zollgesetz im bayrisch-prohibitionistischen Sinne re 
vidierte. 
So erfolgte denn Ansang September 182F der letzte noch 
übrige Schritt, daß nämlich, wie schon früher vertraulich an- 
gekündigt, die offizielle Einladung zu Separatverhandlungen von 
Stuttgart nach München erging und dort sofort angenommen 
wurde. Der württembergische Gberfinanzrat Herzog ging im Auf 
träge seiner Regierung nach München, während zur Fortsetzung der 
Verhandlungen im November 1.82^ ein bayrischer Bevollmächtigter 
nach Stuttgart entsandt wurde. Man machte von vornherein aus, 
daß die Regierungen von Darmstadt und Karlsruhe zwar böf- 
licherweise von den Verhandlungen benachrichtigt, aber dann erst 
eingeladen werden sollten, wenn Württemberg und Bayern zu 
einem positiven Resultate gekommen Feien. Es war das tatsächlich 
nur ein Höflichkeitsakt; denn Hefien-Darmstadt und Baden hatten 
soeben am 8. September 1824; einen gemeinsamen Handelsvertrag 
unterzeichnet, der zu sehr einer Demonstration gegen die beiden 
Hauptteilnehmer der Darmstädter Konferenzen ähnlich sah, als daß 
,nan ihn sehr ernst hätte nehmen sollen. Es war darum eigentlich 
mehr als naiv, wenn Nebenius kurz vor Abschluß jenes Ver 
trags in Stuttgart erschien, um auch Württemberg zunr Anschlüsse 
zu bewegen. Man verlangte aber in Stuttgart als Vorbedingung 
jeder Verhandlung die Aufhebung des Mannheimer Stapelrechts. 
Da Nebenius sich beharrlich weigerte, auf diesen Hunkt einzugehen, 
so scheiterten natürlich die Verhandlungen, über deren Verlauf 
Bayern völlig unterrichtet wurde. 
Bayern ließ nun im November, damit für die Verhandlung
	        
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