Full text : Der deutsche Zollverein

beftimmung,  daß  beide  Regierungen  sich  zu  einem  gemeinsamen,
vorerst  nur  den  Länderumfang  der  Königreiche  Bayern  (ausschließlich ­
  der  Pfalj)  und  Württemberg  begrenzenden  Zoll-  und  Handelssysteme ­
  vereinigen  würden;  in  diese  Vereinigung  könnten  dann
auch  andere  angrenzende  Staaten  mit  Zustimmung  der  beiden
Königreiche  eintreten.  Alle  längs  der  gemeinsamen  Gebietsgrenzen
zur  Zeit  bestehenden  Zollstätten  sollten  aufgehoben  und  die  Eingangs-, ­
  Durchgangs-  und  Ausgangszölle  an  die  äußeren  Grenzen
beider  Staaten  verlegt  und  auf  gemeinsame  Rosten  erhoben  werden.
Beide  Staaten  verzichteten  für  die  Dauer  des  Vereins  auf  alle  einseitigen ­
  Handelsverträge  mit  dem  Auslande.  Als  Grundlage  des
noch  aufzustellenden  Tarifes  sollten  die  bayrische  Zollgesetzgebung
und  die  schon  vor  Jahresfrist  in  Stuttgart  gewonnenen  Gesichtspunkte ­
  dienen.  Der  politischen  Bedeutung  der  Vereinigung  aber
war  man  sich  ganz  klar;  sie  solle,  wie  das  bayrische  Rabinett  am
22.  März  1827  nach  Stuttgart  schrieb,  den  Rern  eines  reinen
Deutschland  bilden  und  ein  immer  engeres  gegenseitiges  Anschließen
in  allen  politischen  Beziehungen  zur  unmittelbaren  heilsamen  Folge
haben.  Solche  Worte  entsprachen  ganz  der  seit  Jahren  gepflegten
Triasidee  des  württembergischen  Rönigs:  neben  den  beiden  Großmächten ­
  (Österreich  und  Preußen  ein  geeintes  Süddeutschland  —
unter  seiner  Führung.
Die  in  Aussicht  genommenen  Einladungen,  so  aussichtslos
sie  erscheinen  mußten,  wurden  doch  nach  Rarlsruhe,  Wiesbaden
und  Darmstadt  abgesandt.  Nach  einer  Besprechung,  die  am
sä.  Mai  1827  der  badische  Minister  von  Berstett  mit  dem  großherzoglich-hessischen
  Minister  du  Thil  zu  Heidelberg  gehabt  hatte,
ergingen  alsbald  die  absagenden  Antworten  der  drei  oberrheinischen
Regierungen  nach  München  und  Stuttgart.  Berstett  antwortete,
Baden  wolle  keine  künstliche  Industrie  durch  Schutzzölle  großziehen.
Nassau  ließ  in  Stuttgart  seine  Verwunderung  darüber  aussprechen,
wie  nur  Württemberg  ein  solches  Merkantilsystem  annehmen  und  vor
allem  sich  einem  größeren  Pose  unterwerfen  könne.  Darmstadt  aber
ließ  seiner  Ablehnung  einen  Schritt  von  größter  Bedeutung  folgen:
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.