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IV. Der Anschluß Hessens. Der mitteldeutsche verein.
Anschluß des mürttembergifch-bayrischen Zollnereins.
Der grohe Zollverein.
Sie Verdienste des Ministers Alewitz um die preußische
Finanzreform sind schon hervorgehoben worden. Aber er ver
mochte nicht zu ernten, was er gesät hatte. Sa es ihm nicht
gelang, das Sefizit aus dem Staatshaushalte zu entfernen, so er
setzte ihn der König am 1. Juli 1825 durch Friedr. Lhrist. Adolf
von Motz (geb. 18. November 1775), einen geborenen Aurhessen,
der wie so viele andere tüchtige Kräfte sich von der wachsenden
Bedeutung des preußischen Staates angezogen gefühlt hatte. Er
war eine Arbeitskraft ersten Ranges und trotz seiner fünfzig Jahre
von der Frische und Lebendigkeit eines Jünglings. Ein besonderes
Glück war es, daß er nicht, wie man ursprünglich erwartet hatte,
mit Maaßen rivalisieren wollte, sondern daß sich beide bedeutenden
Männer zu erfolgreichem Zusammenarbeiten verstanden. Er be
seitigte mit der Generalkontrolle der Finanzen den das Ministerium
lähmenden Sualismus und konnte schon beim Rechnungsabschluß
von 1820 die Beseitigung des Sefizits und im folgenden Jahre
einen Überschuß von 4Vs Mill. nachweisen.
Noch in den letzten Tagen des Ministeriums Klewitz meldete
der preußische Gesandte beim Sarmstädter Pose, ein Freiherr von
Maltzahn, daß der hessische Geh.-Rat vonpofmann bei ihm angefragt
habe, ob Preußen geneigt sei, eine Zolleinigung mit beiden
Hessen abzuschließen. Umgehend erwiderte Eichhorn, dazu sei der
König gern bereit. Ser Sarmstädter Pos hatte sich zugleich ver-