Full text: Der deutsche Zollverein

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vertrage und über Maßregeln gegen die nicht zum verein gehörigen 
Staaten beraten werden. 
Wenn es gelang, die bisher nicht zu einem der beiden Zoll 
vereine gehörigen Staaten für dieses Programm zu gewinnen, also 
außer den thüringischen Staaten und Rurhessen vor allem 
Braunschweig, Hannover und Oldenburg, so konnte man, da die 
sächsischen Transitzölle im Gegensatz zu den preußischen sehr niedrig 
waren, dem preußischen Binnenhandel schweren Schaden zufügen, 
indem die an der Nordseeküste ankommenden Güter dann wahr 
scheinlich den billigeren N)eg durch die Länder des mitteldeutschen 
Vereins bevorzugten. Auch vermochten für den Fall ihres Zutritts 
Braunschweig und Hannover die von der westlichen pälste der 
preußischen Monarchie nach der östlichen und in umgekehrter 
Richtung passierenden Güter mit einem besonders hohen Durch 
gangszoll zu belegen, wodurch nicht nur die neue Zollgesetzgebung 
für Preußen sondern auch der verein mit liessen illusorisch wurde. 
Es richtete also die Oberschönaer Punktation ihre Spitze allein 
gegen Preußen, ohne wirtschaftlich etwas Positives für die Mit 
glieder des zu gründenden Vereins zu bieten; auch der bedrohten 
sächsischen Industrie wurde hierbei nicht in, entferntesten geholfen. 
Mit der Werbung von Teilnehmern an der Punktation 
wurde der genannte sächsische Gesandte am Bundestage Bernhard von 
Lindenau beauftragt, und er fand bereitwillige pelfer an dem öster 
reichischen Vertreter, dem nassauischen Herzoge, den Rotschilds, an 
der Stadt Frankfurt und anderen Gegnern Preußens. Welchen 
Erfolg er in Rurhessen hatte, wurde erzählt. Gleich günstigen 
Erfolg hatte Lindenau in Braunschweig, Hannover, Bremen. Am 
21. Mai 1828 verpflichteten sich Rurhessen, Nassau, Frankfurt, 
Braunschweig, Hannover, Bremen mit den thüringischen Staaten 
und Sachsen zu Frankfurt durch eine Präliminarkonvention, 
während der nächsten drei Jahre einseitig weder einem Zollver- 
bande beizutreten, noch die in ihren Ländern bestehenden Transitab 
gaben zu erhöhen, zu weiteren Beratungen aber eine neue Zusammen 
kunft in Rassel zu beschicken, die aus den 1ö. Aug. 1828 festgesetzt wurde.
	        
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