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Haupt auf acht Acres, also im Ganzen 1700 Stück, halten
können. Das Unternehmen auf der Capotfarm, sowie jenes
^es Herrn Devine sind neue Versuche, die wohl gelingen
"lögen.
Die texanischen Farmer, nicht deutscher oder böhmischer
Abkunft, leben ziemlich ärmlich, wie es scheint, leiden an
Kapitalmangel, arbeiten wohl auch nicht alle sehr energisch
Und wirthschaften, wie gesagt, extensiv. Ganz anders die
deutschen Ansiedler. Sie werden ersichtlich wohlhabend.
Hiese beiden Classen sind es aber allein, welche bis jetzt
Getreidebau in Texas treiben. Diejenigen Pflanzer, welche
^^aumwolle und Zucker mit Hilfe von Sclavenarbeit betrieben
haben, sind wohl meist ruinirt worden. Der Grossbetrieb im
Anbau von Zuckerrohr wird aber wohl nicht lange auf sich
"'arten lassen.
Mit Aufwand von vielem Capital wird nur die Viehzucht
betrieben. Dennoch ist Texas auch für den Ackerbau im
Grossbetrieb geeignet und ist Grossgrundbesitz hier leicht
"ud billig käuflich. Eine Combination von Ackerbau mit
Viehzucht zum Zwecke der Viehmast scheint für das nächste
Hecennium in Texas die lohnendste Capitalanlage im grossen
^tyle zu gewähren. Aus einer solchen Wirthschaft kann man
dann, sowie ;lie Bevölkerung wächst, zum reinen Ackerbau
übergehen.
Hie texanische Regierung hat das älteste „Exemptionsge-
setz“ in der Union, auf Grund dessen Niemand wegen Schul
den seines ganzen Besitzes — bis auf ein unantastbares Mini-
"lum von 200 Acres — beraubt werden darf. Das Land
hatte, als es im Jahre 1839 erlassen wurde, nur circa 60.000
^‘chtindianische Einwohner. Um Einwanderer anzuziehen, er-
hess die Regierung das Exemptionsgesetz, welches damals 350
■^cres schützte. In meinem Werke über die Heimstättengesetze
theile ich beide Gesetze im Wortlaut mit. ln der benachbarten
"ion, zu der Texas damals noch nicht gehörte, konnte ein
^Grschuldeter Mann nie seine wirthschaftliche Selbstständigkeit
''^•eder erlangen, weil der Gläubiger auf jeden erworbenen
ollar seine Hand legte. Da eröffnete Texas eine Freistatt
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