Full text: Versicherung und Wirtschaft

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eine Scheidung des Spiels von den wirtschaftlich berechtigten 
aleatorischen Geschäften. Auch für die Spekulation ist das 
aleatorische Moment, das Spielrisiko, das wesentliche. 112 ) Uber 
sie ist auf Gelderwerb gerichtet und reiht sich somit unmittel 
bar an den erwerbswirtschaftlichen Vorgang an. Die Versiche 
rung dagegen bedeutet nicht einen Gelderwerb, sie ist nicht auf 
selbständigen Gewinn gerichtet, sondern sie will nur dazu dienen, 
daß die Mittel und Kräfte der Wirtschaft dem Gelderwerb 
dienlich gemacht werden können. Sie verfolgt „die Schaffung 
selbständig neuer Werte nicht als eigentliche Absicht, ihr Wir 
ken ist dem eigentlichen Produktivprozeß gegenüber vielmehr nur 
ein subsidiäres.""^) 
8 13. 
II. Die Spartheorie. 
1. Die eigenartige Natur einer solchen aleatorischen Ver 
einigung, wie sie für die Versicherung charakteristisch ist, bringt 
es mit sich, daß die Versicherung von dem Garantiever 
trag, wie von der sogenannten Sei bst Versicherung 
durchaus unterschieden ist. Ein einzelner Vertrag, durch 
den jemand sich die Sicherheit versprechen läßt, die er selbst 
in Vereinigung mit Versicherten findet, ist keine Versicherung, 
nicht deshalb, weil die rechtliche Bindung nicht ausreicht, son 
dern weil die Garantie, auch wenn sie von Vielen versprochen 
wird, keine Verteilung, sondern ein Merwälzen der Last be 
deutet. " 4 ) So ist die Seeversicherung, sobald sie nicht in einer 
Vereinigung, sondern in einer Vereinzelung abgeschlossen wird, 
keine Versicherung. Die Versicherung überfälliger Schiffe, das 
Interesse eines Schaubudenbesihers, daß es an einem bestimm 
ten Tag nicht regnen wird, u. dgl., Versicherungen, für die 
Lloyds in London den Hauptmarkl bilden, sind deshalb, obwohl 
112 ) Darüber Lexis, Artikel „Spekulation" im Landwörterbuch d. 
St. S. 671. 
"3) Stephinger a. a. O. S. 5. 
" 4 ) Vgl. dazu oben S. 52f. Nr. 2 und Wagner a. a. O. S. 943, 
Gobbi a. a. O. Nr. 139 f., Lexis im Verficherungslexikon S. 215.
	        
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