Full text: Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

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l ) Bef. soc. I, 67. 
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Kräften nützlich zu machen, den sozialen Unfrieden in seinem Vater 
lande zu beseitigen, so mußte er die Ursache dieses Unfriedens er 
kennen. Er glaubte das zu können durch einen Vergleich der 
sozialen Einrichtungen Frankreichs mit denen anderer Länder, wo 
der Friede noch gewahrt wurde. Ob er dieser Absicht getreu blieb, 
ob sein Maßstab wirklich der Erfahrungswelt übernommen wurde, 
wird die weitere Untersuchung ergeben. 
Mittel der Materialbeschaffung. Das Material für so um 
fassende Vergleiche war nur durch große Reisen zu erlangen. 
Wir haben schon in der Einleitung berichtet, daß Le Play alle 
europäischen und einige außereuropäische Länder, die meisten mehr 
mals, besucht hat. Bei Auswahl der Gegenden, die er besuchen 
wollte, wurde er von zwei Gesichtspunkten geleitet, einem unfrei 
willigen und einem freiwilligen. Als Ingenieur, dessen Name im In- 
und Auslande in hohem Ansehen stand, wurde er oft von Bergwerks 
besitzern um Gutachten ersucht, es wurden ihm Betriebverbesse 
rungen anvertraut, und da seine technischen und sozialen Interessen 
gleich stark waren, fand er bei diesen Reisen genügend Zeit zu 
sozialen Beobachtungen. Für ihn waren „die fruchtbarsten Reisen 
die, welche es ihm ermöglichten, die Herrschaft des Friedens 
zwischen Arbeitern und Unternehmern zu beobachten“. Nach diesem 
Gesichtspunkt wählte er die Ziele seiner freiwilligen Reisen. Er 
war von dem Wunsche beseelt, „die besten Muster des sozialen. 
Friedens“ zu finden. 
Drei verschiedene Wege schlug Le Play ein, um in systematischer 
Weise und ohne allzu großen Zeitaufwand die sozialen Verhältnisse 
anderer Länder kennen zu lernen, und um sowohl mit den herrschen 
den Klassen im allgemeinen wie auch ganz besonders mit den wirt 
schaftlichen Kräften, den Unternehmern und Arbeitern, in Berührung 
zu kommen. Der erste AVeg wurde ihm durch seine Berufsinteressen 
gewiesen: er sammelte reiche Erfahrungen im Betriebe von 
wirtschaftlichen Unternehmungen 1 ): 
„Ich habe in erster Linie in ganz Europa die technischen Prozesse und 
die wirtschaftlichen Bedingungen der Gewinnung der Mineralien und der Metall 
produktion beobachtet. Ich habe dabei mehr als meine Vorgänger Wert darauf 
gelegt, die kommerzielle Organisation der Unternehmungen, die Lage der 
Arbeiter sowie ihre mannigfaltigen Beziehungen, die sie mit den Unternehmern 
verbinden, zu untersuchen. Zahlreiche Missionen, die mir auf Bitten fremder 
Begierungen übertragen wurden, haben mir Gelegenheit gegeben, die eigen-
	        
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