Full text : Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

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)  0.  E.,  1.  Aufl.,  22.

möglich  sein,  oft  werden  sie  aber  auch  von  anderen  minder  wichtigen ­
  Ausgaben  zurückgedrängt.
Als  Beweis  dafür,  daß  oft  eine  einzige  Zahl  der  Haushaltsrechnung ­
  mehr  über  den  sittlichen  Zustand  ganzer  Yolksklassen
aussagt  als  lange  Abhandlungen,  erwähnt  Le  Play  die  Tatsache,
daß  ein  Pariser  Schitfsauslader  12  °/ 0  seines  Einkommens  verwendet,
um  sich  zu  betrinken,  während  er  für  eine  sittliche  Erziehung  seiner
Kinder  keinen  Pfennig  opfert.
So  sagt  Le  Play  auch  einmal,  daß  die  Beleuchtungsausgaben,
unter  gleichen  klimatischen  Verhältnissen,  ein  ausgezeichneter  Maßstab ­
  für  die  Häuslichkeit  einer  Familie  seien;  gewiß  eine  feine  Bemerkung! ­
  Solche  Ergebnisse  gewinnt  nur  der,  welcher  sich  vergleichend ­
  in  diese  Zahlen  vertieft  und  hierdurch  ein  Verständnis
erlangt,  das  keine  Betrachtungsweise  aus  der  Vogelperspektive,  keine
Statistik  geben  kann.
Wir  gelangen  jetzt  zu  dem  in  jeder  Monographie  enthaltenen
erläuternden  Texte.  An  und  für  sich  müßte  nach  Ansicht
Le  Play’s  die  Haushaltsrechnung  selbst  genügen,  um  den  Leser  über
alle  wissenswerten  Punkte  aufzuklären.  Aber  einmal  gibt  sich
nicht  jeder  Leser  die  Mühe,  aus  Zahlen  zu  lernen,  oder  er  kann  es
nicht;  und  ferner  gibt  es  doch  manche  Tatsachen  allgemeiner  Art,
die  „dieser  finanziellen  Analyse  des  menschlichen  Lebens“  entschlüpfen ­
  oder  dadurch  nicht  in  ihrer  wirklichen  Bedeutung  hervortreten ­
  1 ).
Deshalb  hat  Le  Play  das  beschreibende  und  erläuternde
W  ort  hinzugenommen.  Er  teilt  den  Text  in  zwei  Teile:  der  Haushaltsrechnung ­
  gehen  voraus  „Einleitende  Beobachtungen“.
Es  sind  13  Paragraphen,  die  Auskunft  geben:  über  die  Örtlichkeit
im  weitesten  Sinne,  meist  auf  geologischer  Grundlage,  über  die  Art
des  Arbeitsverhältnisses  und  die  Familien-Organisation,  sodann  namentlich ­
  über  die  persönlichen  Verhältnisse  der  zu  beschreibenden  Familie.
Das  Budget  der  Einnahmen  wird  im  Texte  behandelt  unter  der
Überschrift  „Existenzmittel  der  Familie“.  Daran  schließt  sich  an
die  „Geschichte  der  Familie“,  die  nur  selten  über  frühere  Generationen ­
  unterrichtet,  sondern  meist  den  üblichen  Lebensgang  eines
Arbeiters  der  beschriebenen  Art,  seine  „Existenzphasen“  schildert.
Im  letzten  Paragraphen  dieser  einleitenden  Beobachtungen  behandelt
            
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