Full text : Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

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Le  Play  „Sitten  und  Einrichtungen,  die  das  physische  und  moralische
Wohlergehen  der  Familie  sicherstellen“.
Der  zweite  Teil  des  Textes  schließt  sich  an  die  Haushaltsrechnung ­
  an  und  ist  überschrieben  „Die  verschiedenen  Elemente ­
  der  sozialenVerfassun  g“.  Er  gehört  nicht  zur  eigentlichen ­
  Monographie  :
Man  erwähnt  hier  soziale  Erscheinungen,  denen  gegenüber  sich  der
Arbeiter  rein  passiv  verhält,  und  deren  gute  oder  schlimme  Folgen  man  ihm
nicht  zuschreiben  darf.  So  muß  man  in  den  Monographien  französischer
Arbeiter  in  diesem  Teil  oft  der  revolutionären  Erbgesetze  Erwähnung  tun,
die  periodisch  das  Eigentum  des  häuslichen  Herdes  zertören,  das  mühsam
durch  die  Aufopferung  und  Wirtschaftlichkeit  der  Eltern  geschaffen  wurde*).
So  enthält  also  dieser  Teil  soziale  Tatsachen,  die  mit  der  Tätigkeit ­
  der  Familie  an  sich  nichts  zu  tun  haben  und  auch  im  Budget
nicht  erscheinen,  die  aber  sehr  charakteristisch  für  die  soziale  Verfassung ­
  des  Gebietes  sind.  Le  Play  nennt  diesen  Teil  eine  „Zusammenfassung ­
  seiner  Ernte“;  denn  er  hat  hier  ergänzende  Auszüge ­
  ans  Monographien  verarbeitet,  die  er  nicht  vollständig  veröffentlicht ­
  hat *  2  3 ).  Wir  finden  auch  sehr  oft  fertige  Urteile  in  diesem
Teil,  was  der  Regel  widerspricht,  die  er  selbst  aufstellt,  indem  er
schreibt 8 ):
Die  Noten  zu  unseren  Monographien  dürfen  niemals  ihren  Charakter
verlieren  und  Abhandlungen  werden.  Die  langen  Reflexionen,  die  die  Ansicht
des  Verfassers  wiedergeben,  sind  hier  unnütz.  Was  wichtig  ist,  das  sind  die
Tatsachen.
In  der  zweiten  Auflage  der  „Ouvriers  europeens“  hat  Le  Play  in
diesem  Teil  der  Monographie  oft  die  sozialen  Umgestaltungen  betrachtet, ­
  die  seit  der  ersten  Auflage  eingetreten  waren  (1855—77)
und  die  zusammenhängend  noch  in  einem  Epilog  zu  jedem  Bande
behandelt  wurden.
2.  Aufnahme  der  Monographie.  Es  bleibt  nun  noch  die  wichtige ­
  Frage  zu  beantworten,  wie  Le  Play  und  seine  Schüler  die  einzelne ­
  Monographie  aufgenommen  haben.  Bei  den  weittragenden
Schlußfolgerungen,  die  er  aus  dem  in  ihnen  vorliegenden  Material
zieht,  ist  es  von  der  größten  Bedeutung,  zu  ermitteln,  wie  die
Monographien  entstehen,  zumal  ihre  Aufnahme  offenbar  hohe  Anforderungen ­
  stellte.

‘)  0.  E.  I,  239.
2 )  0.  E.  I,  397.
3 )  Ribbe,  1.  c.,  176.
            
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