Full text : Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

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Töchter  leben  noch  jetzt.  Sie  wissen  zwar  nichts  von  der  monographischen ­
  Aufnahme,  was  aber  bei  der  Länge  der  Zeit  und  der
kurzen  Dauer  der  Aufnahme  sich  leicht  erklären  läßt.  Die  älteste
Tochter,  1832  geboren,  also  im  Jahre  der  Aufnahme  (1851)  19  Jahre
alt,  ist  eine  geistig  noch  durchaus  rege  Frau,  die  die  Beobachtungen
Le  Play’s  sehr  gut  beurteilen  und  berichtigen  konnte.  Auch  die
jüngeren  Familienglieder  zeigten  sich  über  die  früheren  Verhältnisse
gut  unterrichtet.
An  Literatur  über  die  allgemeinen  Verhältnisse  standen  zur
Verfügung  die  folgenden  drei  Werke:
Alfons  Thun,  Die  Industrie  am  Niederrhein  und  ihre
Arbeiter,  2.  Teil,  1879.  (Staats-  und  sozial  wissenschaftliche
Forschungen  von  Schmoller,  II.  Bd.,  3.  Heft.)  Grunow,  Die
Solinger  Industrie.  (Schriften  des  Vereins  für  Sozialpolitik.
Verhandlungen  von  1899,  Bd.  88,  Anhang.)  Franz  Ziegler,
Wesen  und  Wert  kleinindustrieller  Arbeit,  gekennzeichnet  in
einer  Darstellung  der  Bergischen  Kleineisen-Industrie,  1901.
Neben  dieser  Monographie  wurde  noch  die  eines  „Harzer
Bergmannes“  (0.  E.  Bd.  III)  zwar  nicht  an  Ort  und  Stelle,  aber
an  der  Hand  umfangreicher  Literatur  nachgeprüft.
Die  einzelnen  Ergebnisse  dieser  beiden  Nachprüfungen  sind  im
folgenden  mit  sonstigen  zur  Kritik  der  Monographien  verfügbaren
Materialien  zusammen  verarbeitet  worden.  Dabei  ist  aber  schließlich
ein  großer  Teil  der  Ergebnisse  als  überflüssig  fortgelassen  worden.
Die  Monographie  ist  kein  Zustandsbild.  Die  Überschriften
der  Monographien  geben  meist  an,  daß  die  Aufnahme  in  zwei  verschiedenen ­
  Jahren  erfolgt  ist.  Le  Play  hat  vor  der  Veröffentlichung ­
  seine  Monographien  nachgeprüft  und  vervollständigt;  die
spätere  Jahreszahl  ist  meist  die  der  Nachprüfung.  In  der  zweiten
Auflage  der  „Ouvriers  europeens“  finden  sich  wiederholt  einzelne
Ergebnisse  weiterer  Nachprüfungen,  die  die  Entwicklung  in  der
Zwischenzeit  angeben  sollen  und  in  einem  neuen  Paragraphen  angefügt ­
  werden.  Soweit  ist  also  Klarheit  vorhanden.
Anders  steht  es  mit  den  Angaben  aus  früherer  Zeit.  So  ist
z.  B.  die  Monographie  des  Harzer  Bergarbeiters  in  den  Jahren  1829
und  1845  aufgenommen.  Das  Material  dieser  beiden  Aufnahmen  ist
aber  nicht  getrennt,  sondern  ineinander  verarbeitet;  aus  der  Monographie ­
  geht  nicht  hervor,  in  welcher  Zeit  das  Budget  entstanden
ist,  in  welcher  Zeit  die  Beschreibung.  Das  ist  aber  sehr  wichtig.
            
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