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Lavergne hat schon darauf aufmerksam gemacht 1 ), daß Le
Play diese bei seiner Methode wichtige Frage nicht eingehend
genug behandelt hat. Er sagt weiter:
Darin liegt der Hauptübelstand der Monographien, daß sie nicht aut die
Ergebnisse der allgemeinen Statistik gestützt sind. Man kann zweifellos Durchschnitte
leicht mißbrauchen, und man hat sie oft mißbraucht, aber es ist unmöglich,
irgendeinen Schluß zu ziehen ohne diese Grundlage.
Lavergne wünscht besonders eine größere Zahl von Haushalts-Budgets
und die Produktions- und Konsumtionsziffern. Für eine
strenge Vergleichung der einzelnen Budgets wäre damit allerdings
schon eine bessere Grundlage geschaffen. Sie hat Le Play vielleicht
beabsichtigt, aber nie durchgeführt.
Die Budgets sind bei Le Play eine ziemlich fruchtlose Arbeit
geblieben, „Perlen ohne Schnur“ nach einem Worte Engel’s. Die
gelegentliche Verwertung einzelner Zahlen bei Le Play wäre auch
ohne Budget möglich gewesen. Le Play entnimmt aus den Zahlen
lediglich das, was er für wichtig hält, also z. B. welche Bolle die
Eigenproduktion im Gesamtbudget spielt, welche Bedeutung den
Subventionen zukommt u. a. m. Die Hauptaufgabe des Budgets,
nämlich die Messung der Lebenshaltung, zunächst physiologisch,
dann kulturell, hat Le Play nicht zu lösen versucht. Es findet sich
aber bei Le Play eine Äußerung, die vielleicht zeigt, daß er aus
bestimmten Gründen davon absah. Von dem Pariser Schiffsauslader 2 3 ),
der sich gern berauschte, sagt Le Play:
Nach einer von den kompetentesten Personen am Orte vorgenommenen
Untersuchung ist die vom Familienvater anfgenommene Nahrung nicht genügend,
um seine Kräfte vollständig wiederherzustellen. Der Wein, den der
Arbeiter außerhalb der Familie trinkt, um sich das Vergnügen eines Rausches
zu verschaffen, gleicht lange nicht das aus, was, regelmäßig verteilt, die normale
Erhaltung seiner Kräfte sicherstellen würde.
Ein paar Seiten weiter ist von den Bretagner Saisonarbeitern 8 ) die
Bede, die sich viel schlechter als der einheimische Pariser Arbeiter
nähren:
Man ist erstaunt, daß sie bei der schlechten Nahrung die Arbeit mit
Leichtigkeit ertragen können. Wenn es in gewissem Sinne zuzugeben ist, daß
die Arbeitsfähigkeit eines Arbeiters von dem Nahrungsverbrauch abhängig ist,
so muß man doch auch den ursprünglichen Fonds von Kraft und Gesundheit
berücksichtigen, der auf Rechnung der moralischen Gewohnheiten, der regel-J
) Lavergne, L’agriculture et la population. Paris 1865.
2 ) 0. E. VI, 482.
3 ) 0. E. VI, 489 unten.