Full text: München als Industriestadt

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dieser Art, in der allen Interessenten bekannten Farbfabrik 
Michael Huber in Müchen selbst bewerkstelligt wird. 
Dieser Betrieb hat sich aus kleinsten Anfängen, aus der Farben 
bereitung als häusliche Beschäftigung, hervor von 1780 bis 
heute zu einem Großbetriebe entwickelt, dessen Erzeugnisse 
sich schon seit langer Zeit des besten Rufes erfreuen. Später 
noch mehr wie anfangs war die ganze Produktion von Karmin 
farben und Karminlacken, den sogenannten Münchener Lacken, 
denen die Fabrik ihren Weltruf und Export verdankt, auf den 
nächsten Konsum durch die Münchener Kunstdruckereien ge 
richtet. Der Standort München, als dem Orte der intensivsten 
Nachfrage, erwies sich für den Betrieb bald als sehr glücklich 
gewählt. Mit der Erfindung des Steindrucks, der Senefelder- 
schen Lithographie, kamen die Münchener Lacke noch zu stär 
kerer lokaler Verwendung, obwohl der Rohstoff, die Coche 
nille — eine Schildlausart, welche vorzugsweise in Westindien 
und Teneriffa gezüchtet und jährlich zweimal geerntet wird 
— stets derselbe geblieben ist. Wenn auch Karmin als Farb 
stoff durch die Anilinfarben weit vom Weltmarkt zurückge 
drängt worden ist, so fand er doch seine lokale Verwendung 
als giftfreie Künstlerfarbe oder als Färbemittel von Nahrungs 
und Genußmittel. Um einem allgemeinen Bedürfnis entgegen 
zukommen, widmete sich die Firma mehr und mehr der Her 
stellung von Farben für graphische und andere künstlerische 
Zwecke aller Art, und für die verschiedensten Druckverfahren, 
den Schwarzdruck mit inbegriffen. Außerdem nahm die Fabrik, 
die sich bis Ende der siebziger Jahre nur mit der Herstellung 
trockener Farben beschäftigte, auch die Bereitung der fer 
tigen, angeriebenen Druckfarben und für das Bedürfnis der 
Künstler ebenso die Verfertigung von Tubenfarben in ihren 
Betrieb auf. Die Firma Huber besitzt eine eigene, vorzüglich 
eingerichtete Hausdruckerei um die Farben gründlichst auf 
ihre Druckfähigkeit und Ergiebigkeit zu prüfen, da, wie schon 
bemerkt, die Farben nicht nur trocken sondern für die ver 
schiedenen Techniken druckfertig angerieben geliefert werden. 
Von ihren Rohprodukten kauft das Unternehmen den Ruß 
zur Druckerschwärze teils in Deutschland, teils in Amerika, die 
Anilinfarben werden aus Ludwigshafen und Höchst bezogen,
	        
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