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Kgl. Hofku nstanstalt, welche neben der Glasmalkunst
die Bildhauerei und Architektur pflegt zur ausschließlichen Verwendung
in der „christlichen“, religiösen Kunst.
Das Unternehmen ging hervor aus einer staatlichen Anstalt,
der „kgl. Anstalt für krüppelhafte Knaben“, zu deren Vorstande
die Regierung den Begründer der heutigen Hofkunstanstalt,
Jos. Gabriel Mayer, mit dem Titel eines kgl. Inspektors
berief. Der Gedanke, den Krüppeln bei ihrem Austritt
aus der Anstalt die Möglichkeit eines geeigneten Fortkommens
zu verschaffen, trieb Mayer an, ein eigenes Privatkunstinstitut
zu errichten, dessen religiöse Kunstwerke sich bald eines guten
Rufes erfreuten. So wurde in München jene Anstalt gegründet,
die heute eines der bedeutendsten Kunstinstitute auf dem Kontinent
bildet: die Mayersche kgl. Hofkunstanstalt. Die mittelalterliche
Bauhütte war, nach Kahn, das Vorbild des Gründers;
„wie in ihr vereinigte er in seiner Anstalt die drei bildenden
Künste zur inneren Ausschmückung und Einrichtung
christlicher Kirchen nach liturgischen Vorschriften: die Bildhauerei,
welche sich mit der Ausführung von Statuen und
Reliefen, insbesondere auch Kreuzwegstationen in den verschiedensten
Materialien befaßt; die Architektur, welche sich mit
der Herstellung kirchlicher Einrichtungsgegenstände, wie Altäre,
Kanzeln, Beicht- und Chorstühle, Baldachine, Krippen etc.
beschäftigt und endlich die freilich erst späterhin in den Geschäftsbereich
der Anstalt aufgenommene Glasmalerei, durch
deren Pflege Glut- und Farbenpracht, sowie die Dauerhaftigkeit
der herrlichen Glasgemälde in den alten Domen erreicht
und womöglich erhöht werden sollte.“ Heute beherrscht die
Firma den Weltmarkt mit ihren Erzeugnissen, deren jedes für
ein Kunstwerk ersten Ranges gelten kann.
Schon anfangs war das Unternehmen ein rein arbeitsorientierter
Betrieb und ist heute wo die Produkte in alle
Welt gehen, ohne Rücksicht auf Zoll und Fracht, und wo die
Arbeiterverhältnisse am Orte keine allzugünstigen sind, noch
viel mehr auf einen guten Arbeiterstamm angewiesen. Dies
zeigt schon die verhältnismäßig starke Lehrlingshaltung. 25 bis
30 solcher junger Arbeiter lernen bei strengster Arbeitsteilung
die einzelnen Facharbeiten bis zur künstlerischen Vollendung als