Full text: Wie muß sich das Stickstoff-Monopol gestalten?

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Landwirtschaft angesehen werden, und in unser wirtschaftliches wie 
politisches Parteileben viel Uneinigkeit hineintragen, ja, vielleicht nun 
wieder nach der anderen Seite übers Ziel hinausschießende Gegen 
maßnahmen bedingen können. 
Vorschlag anderer Besser, man setze gleich von Anfang an niedrigere 
Höchstpreise. Höchstpreise fest — natürlich abgesehen vom ersten 
Jahre nach Friedensschluß —, gebe so mit vollem Bewußtsein der Land 
wirtschaft billigeren Stickstoff zrnn Zwecke der schnelleren Überwindung der 
Schäden des Krieges und der raschen Erzielung höherer Nahrungsmittel 
gewinnung, Dinge, die ja für alle Kreise unserer Bevölkerung Nutzen 
bieten und selbstverständlich auf die Lebensmittelpreise ihren Einfluß 
ausüben würden. Aber nach dieser Festsetzung niedriger Stickstofspreise 
denke man an die Bedürfnisse des Reiches und gehe ihm ben sonstigen 
aus dem Monopol erzielten Gewinn zur Bestreitung der nach den; 
Kriege wahrlich nicht geringen Ausgaben. Ich denke dabei, daß man 
etwa für das Kiloprozent Stickstoff im Kalkstickstoff 0,80—0,85 <M, in 
schwefelsaurem Ammoniak aber 0,95—1,00 Jt als festen Preis in Aus 
sicht nähme. Die Spannung zwischen beiden Preisen erscheint erforder 
lich, um die einnial hergestellten, großen Mengen Kalkstickstoff auch in 
der Landwirtschaft unterzubringen. Und der erhebliche Mehrverdienst 
am schwefelsauren Ammoniak wird unserem Reichsschatzsekretär ja zu 
gönnen sein. Natürlich müßte in den Ausführungsbestimmungen des 
Monopols dafür gesorgt sein, daß dieser Mehrverdienst auch, soweit es 
sich um in der Privatindustrie gewonnenes, schwefelsaures Ammoniak 
handelt, zum nicht unerheblichen Teil in die Tasche des Reiches flösse. 
Mindestpreis für Das Kiloprozent Stickstoff im Chilesalpeter 
Chilesalpeter zu müßte dagegen wesentlich höher im Preise gehalten 
Düngezweckcn. werden, um der Landwirtschaft einen Anreiz zu 
geben, die heimischen Düngemittel trotz der etwas vermehrten Sorgfalt, 
die sie erfordern, auch überall dort anzuwenden, wo sie den Chilesalpeter 
ersetzen können. Solcher Gelegenheiten gibt es sehr tnele 15 16 ). Man 
15) Vielfach wird bei der Bewertung des Kalkstickstoffs und des schwefel 
sauren Ammoniaks gegenüber dem Chilesalpeter mit Annahmen gearbeitet, 
die durchaus nicht als bewiesen angesehen werden können. Es rechnen allein 
drei mir bekannte Denkschriften zum Stickstoffhandelsmonopol aus den Kreisen 
der Industrie mit den Vergleichswerten: Stickstoff im Chilesalpeter — 100, im
	        
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