Full text: Wie muß sich das Stickstoff-Monopol gestalten?

27 
für Weite Transporte, oder Kalk-, Kali- oder Natronsalpeter nach Wunsch 
des Bestellers, wenige Jahre nach Friedensschluß als aussichtsvoller 
Nebenbuhler des Chilesalpeters um die Gunst der deutschen Landwirt 
schaft und Industrie auftreten wird. Ein ganz wesentlicher Grund 
mehr, uin jetzt dem Reich seinen Anteil an dem zu erwartenden Ge 
winn durch zielbewußte Gesetzgebung zu sichern. 
Bedenken gegen den Allerdings konnte ich bereits sagen, daß die 
Manopolentwnrf. Zustinimung zu dem Monopolentwurf durch zweck 
mäßige feste Höchst- bzw. Mindestpreise erleichtert werden müßte, be 
sonders aber auch durch weitere Klarlegung der beabsichtigten Durch 
führungsbestimmungen. 
Die Besorgnisse der Landwirtschaft und Industrie, auch soweit diese 
Stickstoff, besonders Salpeterstickstoff verarbeitet, können wohl bezüg 
lich der künftigen Stickstoffpreise auf dem bereits angegebenen Wege 
größtenteils verscheucht werden. Daß dabei ein gewisser Druck auf die 
Landwirtschaft ausgeübt wird, vorwiegend die heinrischen Stickstoff- 
düngemittel anzuwenden, wird diese zum Nutzen der Allgemeinheit um 
so leichter tragen können, als sie ja dafür eine Preisermäßigung erhält. 
Mischdünger. Weiterhin besteht in der Superphosphatindu- 
ftrie und ihr nahestehenden Kreisen Besorgnis davor, daß man 
den ja im allgemeinen wenig beliebten Kalkstickstoff dadurch 
marktgängiger zu machen suchen könnte, daß man ihn zu einem 
Mischdünger verarbeitet. Ob derartige Versuche jetzt mehr Aus 
sicht auf Erfolg haben als früher, vermag ich nicht zu beur 
teilen. An sich eignet der Kalkstickstoff, seines erheblichen Ge 
halts an Kalk wegen, sich wenig zu einem etwa dem Ammoniak- 
superphosphat ähnlichen Mischdünger. Möglich wäre es ja, daß es 
rührigeni Erfindergeist gelingen könnte, auch hiergegen irgend welche 
Abhilfe zu entdecken und so zur Herstellung eines brauchbaren Misch 
düngers zu kommen. Ob das auch nur zu wünschen wäre, erscheint 
fraglich. Denn wenn es nicht gelungen sein sollte oder noch gelingen 
wird, die Herstellungskosten für das Kiloprozent Stickstoff im Kalkstick 
stoff nennenswert unter die Kosten beim schwefelsauren Ammoniak nach 
Haber herunterzudrücken, und das dürfte sehr zu bezweifeln sein, zu 
mal doch beide Verfahren nach Kräften weiter ausgebaut werden dürf 
ten, dann wird die Zukunft nicht dem Kalkstickstoff gehören. Das
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.