Full text : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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aufnahm.  Zunächst  wurde  mit  einem  Kostenaufwand  von  6.3
Millionen  Mark  die  Strecke  Breslau-Schwedt  ausgebaut*),  und
so  von  Breslau  abwärts  eine  regelmäßige  Großschiffahrt  sichergestellt. ­
  1886  ging  man  nach  langen  Bemühungen  des  Schlesischen
Vereins  für  Fluß-  und  Kanalschiffahrt  sowie  des  Oberschlesischen
Berg-  und  Hüttenmännischen  Vereins  an  den  Bau  des  Oderspreekanals, ­
  der  1890  mit  12,6  Millionen  Mark  Kosten  fertiggestellt ­
  wurde^).  Endlich  bewilligte  das  großzügige  Wasserstraßengesetz ­
  vom  6.  Juni  1888 3 )  die  Kosten  im  Betrage  von
21.5  Millionen  Mark  für  den  Bau  des  Oderumschlagshafens
Kosel,  die  Kanalisierung  des  Stromes  von  Kosel  bis  zur  Neissemündung,
  den  Bau  großer  Schleusen  bei  Brieg  und  Ohlau  und
Anlage  eines  Großschiffahrtsweges  um  Breslau.  Diese  Arbeiten, ­
  die  1897  beendet  wurden,  geschahen  hauptsächlich  zur  Verbesserung ­
  der  Verkehrsverhältnisse  der  oberschlesischen  Montanindustrie ­
  und  stellten  eine  dauernde  Fahrwassertiefe  von  1.50
Meter  her.  Der  Strom  konnte  nun  von  Cosel  bis  zur  Neissemündung
  Fahrzeuge  bis  zu  400  To.  tragen,  während  er  von
Breslau  abwärts  für  solche  bis  zu  450  To.  leistungsfähig  war.
Da  sich  jedoch  auch  die  Strecke  Neissemündung—Breslau  als
unbedingt  verbesserungsbedürftig  erwies,  stellte  die  Staatsregierung ­
  in  dem  Wasserstraßengesetz  vom  1.  April  1905  als  Kompensation ­
  Schlesiens  für  den  Rhein-Weserkanal  19.65  Millionen
Mark  zu  diesem  Zweck  wie  zu  Anlagen  von  Schleppzugschleusen
auf  der  Strecke  Cosel—Breslau  zur  Verfügung.  Zugleich  wurden ­
  3.3  Mill.  Mark  für  Versuche  mit  Buhnenbauten  ausgeworfen, ­
  die  eine  Vertiefung  des  Fahrwassers  von  Breslau  abwärts
auf  möglichst  dauernd  1.50  Meter  auch  bei  niedrigstem  Wasserstande ­
  erzielen  sollten,  sowie  für  Versuche  mit  Zuschußwasserstaubecken, ­
  die  aber  als  zu  kostspielig  später  fallen  gelassen  wurden. ­
  Diese  Strombauten  sind  in  diesem  Jahr  zu  Ende  geführt
worden.  Die  Leistungsfähigkeit  der  oberen  Oder  ist  so  auf
450  Tonnen-Kähne  von  Cosel  bis  zur  Neissemündung  und  600

1)  W.  Tietze,  S.  30  s.  V.  Kurs.  I.  Partfch,  a.a.O.
2)  P.  Goeths,  S.  30  ff.  Verbindung  mit  Berlin  und  Hamburg.
Die  Bauten  des  ca.  1540  begonnenen  und  1662—68  vollendeten
Friedrich  Wilhelm-Kanals  wurden  benutzt.
3)  B.  Kosmann,  S.  32  f.  I.  v.  Renauld,  S.  9.
            
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