Full text : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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Tarifsätzen  fahren'),  wo  die  Hauptstrecken  der  oberschlesischen
Eisenbahnen  trotz  großzügigsten  Ausbaues  überlastet  sind  und
den  Anforderungen  rascher  Konjunktursteigerungen  des  öfteren
nicht  folgen  können,  wo  der  Mangel  an  Wasserstraßen  die  oberschlesische ­
  Industrie,  besonders  die  Eisenindustrie  bei  bester  Betriebsgrundlage ­
  und  Organisation  gegenüber  den  konkurrierenden ­
  Industrien  vornehmlich  Westdeutschlands,  denen  ein  weites
Netz  guter  Schiffahrtstraßen  zur  Verfügung  steht,  nicht  recht  vorwärts ­
  kommen  läßt,  heute  ist  der  Bau  des  Groß-Klodnitzkanals
dringende  Lebensfrage  der  gesamten  oberschlesischen  Industrie.
Bei  den  nicht  sehr  reichen  Wassermengen  der  Klodnitz  und
ihrer  Zuflüsse  ist  die  Verringerung  der  Schlcusenzahl,  die  Steigerung ­
  der  Stauhöhe  der  Schleusenstufen  unbedingt  erforderlich^). ­
  Damit  würden  die  den  Verkehr  verhindernden,  allzu
kurzen  Fahrstrcken  des  heutigen  Kanals  verlängert  werden^).
Der  Kanal  rnüßte  über  Glciwitz  nach  zwei  Richtungen  hinausgeführt ­
  werden.  Einerseits  wäre  das  schon  1881  gefaßte  Projekt ­
  der  Kanalisierung  des  Beuthener  Wassers  zu  verwirklichen
und  anderseits  der  obere  Laus  des  Klodnitzflusses  bis  Makoschau-Bielschowitz
  zum  Kanal  auszubauen').  -  Jener  Kanal  würde
das  heutige  Zentrum  der  oberschlesischen  Kohlen-Eisenindustrie,
Znbrze-Beuthen,  dieser  hingegen  das  künftige  Steinkohlengebiet
im  Süden  des  Bezirks,  wohin  der  Steinkohlenbergbau  inimer
mehr  vordringt,  erreichen.  Hier  wie  bei  Zabrze  hat  auch  der
fiskalische  Bergbau  ein  starkes  Interesse  an  einer  billigen  und
leistungsfäbiaen  Wasserstraße.
Durch  einen  solchen  Groß-Klvdnitzkanal°)  in  Verbindung
mit  der  jetzt  und  in  Zukunft  noch  weiter  verbesserten  Oderschifffahrtsstraße ­
  würde  die  Verkehrskalamität  des  oberschlesischen  Jndustriebezirks
  beseitigt,  seine  Konkurrenzfähigkeit  gegenüber  dem
1)  F.  Jüngst,  S.  521  ff.
2)  Durch  Schiffshebewerke  in  der  Art  des  am  Dortmund-Ems-Kanal
  bei  Henrichenburg,  das  16  m  Hubhöhe  besitzt.
3)  2  zu  1,1  km,  2  zu  1,5  km,  1  zu  1,6  km,  1  zu  2,0  km,
2  zu  2,1  km,  2  zu  2,7  km,  1  zu  2,9  km,  1  zu  3,1  km,  1  zu  3,2  km,
2  zu  3,5  km,  1  zu  4,1  km,  1  zu  4,5  km.
4)  Zeitschrift  des  Vereins,  1881,  S.  156  ff.
5)  F.  Jüngst  berechnet  die  Verbilligung  der  Erzfracht  Stettin-Gleiwitz
  von  7,32  auf  5,20  Mtz.  pro  To.  (S.  528)  f.  a.  die  Auskührungen ­
  W.  Neumeisters,  S.  61  f.
            
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