Full text : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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Die  westdeutschen  Eisenindustrien  beherrschen  den  deutschen ­
  Markt,  nach  ihnen  richten  sich  die  Marktpreise  für  Roheisen
und  Stahleisen.  Der  Gewinn  aus  den  Selbstkosten  und  den
Verkaufspreisen  ist  bei  Oberschlesien  um  den  Betrag  der  Gestehungskostendifferenz ­
  verkürzt.  Diesen  Nachteil  können  natürlich ­
  auch  Kartelle  wie  der  Deutsche  Stahlwerksverband  nicht
beseitigen.  Daher  muß  die  oberschlesische  Roheisen-,  Roh-  und
Grobstahlproduktion  weniger  rentabel  sein,  als  die  Westdeutschlands. ­
  Sie  vermag  die  angelegten  Kapitalsummen  nicht  zu
verzinsen,  wie  aus  den  Jahresergebnissen  einiger  oberschlesischer
Eisenhütten  deutlich  hervorgeht.  Eine  Besserung  kann  nur  dann
eintreten,  wenn  es  gelingt,  die  Erzkosten  bis  auf  das  Niveau
Rheinland-Westfalens  herabzudrücken.  Ob  das  durch  eine
Oder-Klodnitz-Großschiffahrtsstraße  bis  zum  vollen  Umfange
wird  möglich  sein,  ist  zweifelhaft,  da  gleichzeitig  auch  die  Verkehrsmittel ­
  der  rheinisch-westfälischen  Hochöfen  si-ber  eine  fortschreitende ­
  Verbesserung  erfahren  werden.
Weit  schnellere  Fortschritte  als  die  Roheisen-  und  Stahleisenproduktion ­
  Oberschleflens  haben  fast  alle  Zweige  seiner
Eisenverfeinerungsindustrie  gemacht.
Von  1901/05  bis  1912  hat  die  Eisengießerei  ihre  Produktion ­
  um  93  300  To.  gleich  53,2%  erhöhen  können,  die  Stahlformgießerei ­
  um  11  000  To.  gleich  100%,  ferner  seit  1904/06
die  Rohrwerke  um  57  000  To.  gleich  116%,  die  Preß-  und
Hammerwerke  um  28  000  To.  gleich  80%,  die  Konstruktions-Werkstätten
  um  15  000  To.  gleich  44%,  die  Maschinenbauanstalten ­
  um  13  000  To.  gleich  130%,  sowie  die  Gruppe  Kaltwalzwerke, ­
  Kleineisen-  und  Eisenblechwarenfabriken  um  zusammen ­
  27  000  To.  gleich  34%,  also  durchgehends  beträchtliche,
ja  sogar  glänzende  Entwicklungen.  Allerdings  weisen  die
Zahlen  der  Preß-  und  Hammerwerke  wie  der  Konstruktions-Werkstätten
  erhebliche  Schwankungen  auf.  Jene  beiden  Betriebszweige ­
  haben  den  Konjunkturrückgang  1908/09  in  fühlbarem
Maße  über  sich  ergehen  lassen  müssen.
In  der  oberschlestschen  Eisenindustrie  bricht  sich  immer
mehr  die  Tendenz  der  Verfeinerung  und  Spezialisierung  der
Produktion  Bahn.  Dies  Streben  tritt  zwar  auch  bei  den  anderen ­
  deutschen  Eisenindustrien  in  Erscheinung.  Für  Ober-
            
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