Full text : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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steigend  von  der  Blockstraße  zur  Grobstraße/  Stabeisenstraße,
Mittelstraße,  Feinstraße  und  endlich  zur  Schnellstraße  zu  allen
Arten  Handelseisen  bis  zum  feinsten  Kaliber  durcharbeitet.
Desgleichen  ein  Feinblechwalzwerk,  das  die  dünnsten
Bleche  herstellt.  Da  der  Puddlingsprozeß  von  der
Eisenhüttentechnik  überholt  wurde,  schränkte  das  Werk
ihn  ein  und  setzte  1890  den  großartigen  Siemens-Martin-Prozeß
  in  Betrieb,  der  heute  den  Hauptteil  des  Stahlmaterials
der  Bismarckhütte  liefert.  Das  Siemens-Martinwerk  erzeugt
ausschließlich  Qualitätsstahl  für  Stanz-  und  Dynamobleche,
Griffstahl,  Achsgabel-  und  Federstahl  für  Eisenbahnzwecke,  Spezialstahlsorten ­
  für  die  Artillerie-  und  Schiffbauwerkstätten,
außerdem  Material  für  Eisenbahnoberbau,  Qualitätsstahl  für
Kessel  und  Röhren.  Das  ebenfalls  1890  gegründete  Tiegelgußstahlwerk ­
  stellt  kostbare  Qualitäten  von  Werkzeugstahl  aller
Art,  Spezialstahl  für  Automobilbau,  Waffenstahl,  Panzerschutzschilde ­
  für  Artillerie  und  Infanterie  her.  Im  Anschluß
daran  fabriziert  die  Kaltwalzerei  hochwertige  Handelsartikel,
wie  Bandstahl,  zu  Kartonnage-  und  Vcrpackungszwecken,
Sägen,  Patronenrahmen,  Schraubfedern  usw.  Das
Rohrwerk  erzeugt  verschiedenartig  geschweißte  Röhren,
besonders  auch  nahtlose  Röhren  nach  eigenem
Patent.  Neueren  Datums  ist  das  Elektrostahlwerk  (System
Heroult-Lindenberg),  sowie  die  Gewehrlauf-,  Maschinen-  und
Hufeisenfabrik  und  ferner  die  Eisen-  und  Stahlfacongießerei.
Ende  der  1890er  Jahre  nahm  die  Bismarckhütte  auch  die  Produktion ­
  von  gröberen  Materialien  auf,  z.  B.  Profileisen  wie
Grubenschienen,  Eisenbahnmaterial,  Quadrat-  und  Rundeisen.
Doch  auch  hierin  war  sie  bestrebt,  Spezialprodukte  herauszubringen, ­
  so  hatte  sie  mit  einer  Art  Straßenschienen  großen
Erfolg,  die  zur  Anlegung  von  sog.  Bauerneisenbahnen  verwendet ­
  wurden.
Infolge  dieser  einzigartigen  Verfeinerung  und  Spezialisierung ­
  des  Betriebes  erzielte  die  Bismarckhütte  auch  in  Jahren
rückläufiger  Konjunktur  zufriedenstellende  Betriebsergebnisse,
während  die  anderen  weniger  intensivierten  Eisenhütten  bescheidene ­
  Gewinne  herausbrachten.
Ebenso  erstaunlich  wie  die  hohen  Gewinne  bis  1908  ist
der  plötzliche  Umschwung  von  diesem  Zeitpunkte  ab.

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