Full text : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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ist,  daß  mit  steigender  Arbeitskostenquote  wie  mit  steigender
Kraftmaterialkostenquote  an  den  Gesamtproduktionskosten  das
oberschlesische  Eisenprodukt  seine  Konkurrenten  mehr  und  mehr
überholt.
Nach  A.  Webers  sind  die  Elemente  der  Jndustrieproduktionskosten:

1)  Grundkosten,
2)  Stehende  Sachkapitalienkosten  (Gebäude.  Maschinen  und
sonstige  Einrichtungen),
3)  Amortisationskosten  der  stehenden  Sachkapitalien,
4)  Anschaffungskosten  der  Material-  und  Kraftstoffe,
5)  Transportkosten,
6)  Arbeitskosten,
7)  Zinskosten  für  alle  Kapitalien.
Die  Elemente  1),  2)  und  3)  interessieren  uns  nicht,  da  in
ihnen  Oberschlesien  sich  von  den  anderen  Jndustriebezirken
kaum  unterscheiden  wird.  Ebenso  fällt  7)  fort,  da  es  nicht  ausschlaggebend ­
  sein  kann.
Drei  Faktoren  sind  es  also,  die  generell  den  Jndustriestandort
  bestimmen:
1)  Material-  und  Kraftstoffkosten,
2)  Transportkosten,
3)  Arbeitskosten.
Indem  wir  zunächst  von  dem  Absatzprozeß  absehen,  vergleichen ­
  wir  an  diesen  Elementen  die  oberschlesische  Eisenindustrie
mit  ihrer  Hauptgegnerin,  der  rheinisch-westfälischen,  deren  Situation, ­
  wie  wir  zeigten,  im  Prinzip  dieselbe  ist.
Beide  Eisenindustrien  sind  aus  Kohlenfeldern  aufgebaut,
die  Erzmaterialien  müssen  außerhalb  des  Bezirks  beschafft
werden.  Beim  Erzmaterialbezug  kann  Rheinland-Westfalen  auf
mehrere  kleinere  Erzlager  des  Inlandes  zurückgreifen,  den
Lahn-  und  Dillbezirk,  das  Siegerland,  sowie  auf  die  riesigen
Minettelager.  In  beiden  Fällen  geschieht  der  Transport  per
Eisenbahn  auf  ca.  100—150  Kilometer  bezw.  200—250  Kilometer ­
  langer  Strecke.  Dann  aber  stehen  fast  alle  heute  bekannten ­
  ausländischen  Eisenerzlager  zur  Verfügung,  die  nach
1)  A.  Weber  I.  S.  29  ff.  '
            
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