Full text : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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den  Bedarf  des  äußerst  entwicklungsfähigen  Landes  kaum  jemals ­
  werden  decken  können.  Hier  handelt  es  sich  lediglich  um
die  Verbilligung  des  heute  allein  in  Frage  kommenden  teuren
Eisenbahntransportes,  und  wir  glauben,  daß  diese  Aufgabe  nicht
anders  als  durch  die  schnelle  und  großzügige  Ausführung  des
Donau-Oderkanals  gelöst  werden  kann.  Rußland  gegenüber  aber
wird  die  deutsche  Handelspolitik  die  möglichste  Erleichterung  der
Einfuhr  der  oberschlesischen  Steinkohle  durchsetzen  müssen.  Das
industriereiche  Russisch-Polen  braucht  überdies  aus  Mangel  an
ähnlichen  hochwertigen  Jndustriekohlen  in  steigendem  Maße  die
oberschlesische  Einfuhr.
Untersuchen  wir  nun  den  Absatzmarkt  der  oberschlesischen
Eisenindustrie.
Wie  wir  schon  ausführten,  wird  die  Roheisenproduktion  der
oberschlesischen  Hochöfen  fast  gänzlich  durch  die  Stahl-  und  Walzwerke ­
  sowie  die  Eisen-  und  Stahlgießereien  des  Bezirkes  konsumiert. ­
  Es  verbrauchten  an  Roheisen:
Stahlwerke  Gießereien  Summe  Produktion  also
in  1  0  0  0  To.

1891—95  i.

D.

450

39

489

494

+

5

3  896—00  i.

D.

627

59

686

690

+

4

1901—05  i.

D.

651

53

704

753

+

4!)

1900—10  i.

D.

792

62

854

904

+

50

1911

919

62

981

963

18

1912

971

70

1041

1048

+

7

Daraus  ergibt  sich,  daß  nur  sehr  geringe  Mengen  Roheisen
den  Jndustriebezirk  verlassen,  in  manchen  Jahren,  soweit  nicht
alte  Vorräte  aufgebraucht  werden  können,  sogar  noch  auswärtiges
Roheisen  eingeführt  werden  muß,  um  den  eigenen  Bedarf  zu
befriedigen^).
Bei  den  erheblich  höheren  Selbstkosten  des  oberschlesischen
Roheisens  kann  es  mit  dem  unvergleichlich  wohlfeileren  englischen
und  westdeutschen,  vorzüglich  lothringisch-luxemburgischen  Roheisen ­
  schon  innerhalb  der  Provinz  Schlesien,  in  nächster  Nähe
des  Jndustriebezirks  nicht  mehr  konkurrieren.  Nur  einwe  geringe ­
  Posten  Spezialroheisen  nehmen  auf  Grund  alter  Beziehungen ­
  ihren  Weg  nach  Niederschlesien  und  den  Eisen-1)
  Kleinere  Quanten  Spezialzusatzroheisens  werden  beständig
aus  anderen  Eisenindustrien  des.  Rheinland-Westfalens  eingeführt.
            
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