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gießereien des südöstlichen Teils der Provinz Brandenburg, die
Oberschlesien vor einigen Jahrzehnten noch allein versorgte.
Die Eisen-- und Stahlgießereien Ost- und Westpreußens, Pommerns
und Posens verschmelzen heute englisches und westdeutsches
Roheisen sowie seit der Gründung des Hochofenwerkes
KraftH zu Stettin-Kratzwiek 1895/97 in steigendem Maße Roheisen
dieses neuartigen Seewerkes. Dem Kraftwerk ist es innerhalb
der kurzen Zeit seines Bestehens schon gelungen, den seewärtigen
Eingang von Roheisen in Stettin bedeutend zurückzudrängen^).
In Stettin wurden seewärts eingeführt:
1891—95 i. D. 106 800 To. Roheisen
1896—00 „ 141 000 „
1901—05 „ 48 900 „
1906—10 „ 29 000 „
worunter sich sowohl englisches wie westdeutsches Roheisen befindet.
Gegen Oberschlesien hat das Kraftwerk nördlich der
Linie Kottbus—Posen jedenfalls die Vorhand.
Erscheint so die Frage des Jnlandsmarktes für die oberschlesischen
Hochöfen von vornherein aussichtslos, umsomehr gewinnt
der inländische Walzeisenmarkt für die oberschlesische
Eisenindustrie an Bedeutung.
Wir sahen, daß die Konkurrenzfähigkeit des oberschlesischen
Eisenproduktes bei steigendem Formwert gegenüber dem westdeutschen
Erzeugnis immer mehr zunimmt. Doch ist das in
Betracht kommende Jnlandsgebiet, d. h. Ostdeutschland überwiegend
agrarischen Charakters, also arm an Eisen konsumierenden
Industrien.
In den Ostseeprovinzen stößt Oberschlesten auf die starke
.Konkurrenz des zu billigen Wasserfrachten herangebrachten
Walzeisenproduktes der rheinisch-westfälischen und sogar
lothringisch-luxemburgischen Eisenindustrie, ebenso auf dem
mitteldeutschen und vornehmlich Berliner Mark. Während
Oberschlesien vor einigen Jahrzehnten über die Hälfte des Berliner
Walzeisenkonsums versorgte, ist es heute an dem Berliner
Markte nur noch mit knapp 10% beteiligt.
1) C. Rotz, S. 21, 76, 16 f. Denkschrift des Vereins 30. Nov.
1911. Magistrat Stettin, Denkschrift.
2) Das Kraftwerk ist eine oberschlesische Gründung, des Fürsten
Henckel von Donnersmarck, s. C. Rotz.