Full text : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

Senftenberg  konsumiert  wird.  Außerschlesisches  Formeisen
darf  in  diesen  Gebieten  nur  dann  untergebracht  werden,  wenn
der  Bedarf  es  erfordert.
Der  wichtige  Berliner  Baueisenmarkt  wird  von  dem  festgefügten ­
  Berliner  Trägerverkaufs-Kontor  kontrolliert,  dein  als
bedeutendste  Mitglieder  die  Deutsche  Eisenhandels-A.-G.  und
Steffens  &  Nölle  A.-G.  angehören,  von  denen  die  erste  die  Interessen ­
  der  Vereinigten  Königs-  und  Laurahütte  A.-G.,  die  letzte
die  der  übrigen  oberschlesischen  Stahlwerke  vertritt.
Was  die  übrigen  Walzwerksprodukte  betrifft,  die  sog.
„Produkte  B.",  d.  h.  Stabeisen,  Walzdraht,  Bleche,  Röhren
und  Guß-  und  Schmiedestücke,  so  waren  sie  bis  1912  vom
Stahlwerksverband  zur  Vermeidung  einer  Überproduktion,  und
da  eine  feste  Syndizierung  wie  bei  den  „Produkten  A."  nicht
gelang,  der  Quantität  nach  syndiziert,  d.  h.  ihr  Absatz  erfolgt
freihändig  ohne  Preisnormierung.  Oberschlesiens  Quote  an
„Produkten  B."  betrug  am  1.  7.  1911:  1  057  288  To.  gleich
8,5%,  war  also  weit  bedeutender  als  in  „Produkten  A."  In
dem  neuen  Stahlwerkverbandsvertrag  von  1912  ist  selbst  diese
quantitative,  lose  Bindung  der  „B.-Prooukte"  fortgefallen.
Während  im  übrigen  Deutschland  diese  Materialien  von
den  Werken  freihändig  verkauft  werden,  ist  in  Oberschlesien  auch
ein  Teil  der  „Produktion  B."  in  der  1607  begründeten  Oberschlesischen ­
  Stahlwerks-Gesellschaft  m.  b.  H.  zu  Gleiwitz  syndiziert, ­
  der  alle  Werke  mit  Ausnahme  der  Vereinigten  Königsund ­
  Laurahütte  und  des  Borstgwerkes  angehören^).  Dieser
Verband  steht  mit  den  bedeutendsten  Eisenhändlern  der  Provinzen ­
  Schlesien,  Posen  und  Ost-  und  Westpreußen  in  Verbindung ­
  und  wird  am  Berliner  Markt  durch  die  Firma  Steffens
&  Nölle-A.-G.  vertreten,  während  die  außenstehende  Königsund ­
  Laurahütte  ihre  Produkte  V.  durch  die  eigens  dazu  gegründete ­
  Werkssirma,  die  Schlesische  Montangesellschaft  m.  b.
H.,  und  die  Deutsche  Eisenhandels-A.-G.  vertreibt.  Wenn  so
bei  bester  Organisation  des  Distributionsprozesses,  in  inniger
1)  Rundschreiben  der  Stahlwerksgesellschast  vom  23.  Jan.  1909:
„Zur  Neubildung  eines  Oberschlesischen  Stahlwerksverbandes."  D.  h.
Walzeisen,  wie  Stab-,  Band-,  Universal  sBreit)-Eisen  einschl.  desjenigen ­
  leichteren  Formeitsens,  das  nicht  zu  den  sog.  Düsseldorfer
^.-Prod.  gehört.
            
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