Full text : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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Es  sind  nun  Anhaltspunkte  gegeben,  die  geeignet  sind,  die
Frage  der  schwedischen  Eisenerze  in  neuer  Beleuchtung  erscheinen ­
  zu  lassen.
Der  schwedische  Staat  ist  eifrig  bemüht  gewesen,  die  Eisenerzschätze
  des  Landes  in  nationaler  Hand  zu  bewahren*).  So
wurde  der  Erwerb  von  Erzgruben  durch  Ausländer  erschwert,
indem  diese  nur  als  Aktionäre  einer  Gesellschaft  Grubenbesitz
haben  dürfen,  auch  nur  dann,  wenn  die  Aufsichtsorgane  der
Aktiengesellschaft  Schweden  sind.  In  diesem  Streben  suchte
er  den  Raubbau  der  Eisenerze  zu  verhindern,  indem  er  die
jährlich  aus  der  Ofotenbahn  zu  befördernde  Erzmenge  auf  eine
bestimmte  Höhe  festsetzte  und  die  Erhebung  eines  Erzausfuhrzolles ­
  plante.  In  jüngster  Zeit  ist  der  schwedische  Staat  erfolgreich ­
  am  Werk,  wie  die  Wasserkräfte  auch  die  Eisenerzfelder
in  seine  Hand  zu  bringen  2 ).  1907  hat  die  Regierung  mit  der
Grängesberg-Öxelösund-Trafik-Aktiebolaget  und  den  airderen
größeren  Eisenerzgesellschaften  ein  Abkommen  geschlossen^),
sahrens  anlangt.  Der  von  dem  schwedischen  IernKontor  (die  Bereinigung ­
  der  schwedischen  Eisenwerke)  nach  dem  Patente  der  genannten ­
  Gesellschaft  am  Trollhättan  erbaute,  Elektrohochofen
bringt  in  24  Stunden  bei  größtmöglichsten  Ausmassen  etwa  20  To.
heraus,  verbraucht  pro  Tonne  Roheisen  durchschnittlich  1736  Kilowattstunden ­
  und  336  kg  Holzkohle.  Nur  bei  billigster  elektrischer
Kraft,  d.  h.  bei  größten  Wasserkräften  ist  dieses  mit  teurer  Holzkohle ­
  erschmolzene  Elektroroheisen  und  zwar  nur  in  Qualitätslagen
  heute  wie  in  der  näheren  Zukunft  mit  dem  Koksrrcheisen
preislich  konkurrenzfähig.  An  eine  Massenproduktion  ist  überdies
vorläufig  auch  technisch  nicht  zu  denken,  da  die  erforderlichen
Kraftanlagen  noch  nicht  hergestellt  sind.  (s.  Eisenhüttenwesen  1912,
C.  111  ff.,  0.  226  f.)  Kurz,  wir  glauben,  daß  der  ehemalige
Hüttendirektor  der  Bismarckhütte  O.  Thallner  auch  ferner  Recht
behalten  wird,  der  in  seiner  Studie  „Qualitative  Arbeit  in  der
Stahlerzeugung  und  elektrisches  Schmelzverfahren"  <St.  u.  E.,  1907,
No.  47/48)  sagt:  man  vermag  heute  nichts  anderes  zu
sagen,  als  daß  durch  sie  (d.  i.  elektrischen  Verfahren)  ein  ungemein
  weites  Feld  für  den  weiteren  Fortschritt  gegeben  ist.  Nur
muß  warnend  hierher  gesetzt  werden,  daß  er  auch  hier  in  seinen
letzten  Konsequenzen  nicht  erzielbar  ist  ohne  Opfer  an  Arbeit  und
Selbstkosten,  also  optimistische  Geister  sich  nicht  mit  dem  Gedanken
tragen  dürfen,  hinfort  Qualitätsfabrikate  um  ein  Butterbrot  erwerben ­
  oder  auf  den  Markt  bringen  zu  können  .  .  .  ."
1)  Eiscnhüttenwesen,  S.  158.  C.  Roß,  S.  66.  Hecker,  S.  85  f.
2)  „Schlesische  Zeitung"  No.  82,  2.  Februar  1913.
3)  „Stahl  und  Eisen"  1907,  S.  1736  fs.
            
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