Full text : Die Frau als kaufmännische Angestellte im Handelsgewerbe

Es  waren

nach  den  Angaben  von

Töchter  von  Leipzig  Berlin
%  %
1.  Höheren  Beamten  u.  ä.  (Bin.  auch:  Lehrer)  0,8  2,8
2.  Fabrikanten  und  Kaufleuten  7,2  21,8
3.  Mittleren  Beamten  (Bin.  auch:  höheren)  5,0  22,3
4.  Kaufmännischen  Angestellten  14,5  4,0
5.  Handwerkern,  Gast-  und  Landwirten,
Kleinhändlern  22,7  31,1
6.  Werkmeistern  (Bin.  auch:  gelernt.  Arbeit.)  3,5  11,7
7.  Unterbeamten  .  .  8,9  —
8.  Markthelfem,  Dienern,  gel.  u.  ungel.  Arb.  30,2  —
9.  Musikern,  Kellnern,  Artisten  1,4  —
10.  Verschiedenen  (ohne  Beruf,  Invaliden,
Hausbesitzern  u.  ä.)  5,4  6,1

Ein  relativer  Rückgang  in  der  Beteiligung  der  höheren  Schichten
ist  danach  wohl  nicht  zu  leugnen.  Auffallend  gering  aber  ist  der  Anteil ­
  der  besseren  Kreise  von  Leipzig.  Es  ist  anzunehmen,  daß  der
kaufmännische  Beruf  in  Leipzig  bei  der  Oberschicht  nicht  die  gleiche
Achtung  genießt  wie  in  Berlin,  und  daß  deshalb  die  Töchter  aus  diesen
Kreisen  sich  für  andere  Berufe  entschließen.  In  Berlin  dagegen  ist
die  Zahl  der  Töchter  von  Staats-  und  Gemeindebeamten,  die  im  kaufmännischen ­
  Beruf  stehen,  sehr  groß.  Das  erklärt  sich  wohl  daraus,
daß  die  Unterbeamten  nicht  gesondert  aufgeführt  sind.  Stark  ist
in  Leipzig  der  Mittelstand  vertreten,  besonders  die  kaufmännischen
Angestellten.  Die  von  den  bisher  gemachten  Beobachtungen  abweichende ­
  Tatsache,  daß  auch  die  Angehörigen  des  kaufmännischen
Personals  zahlreich  vertreten  sind,  läßt  sich  wohl  damit  begründen,
daß  in  Leipzig  bei  dieser  Ermittlung  mit  den  Angestellten  selbst  Fühlung ­
  genommen  wurde,  und  daher  festgestellt  werden  konnte,  ob  der
Vater  selbständig  oder  als  Angestellter  kaufmännisch  tätig  war.  Außerdem ­
  beginnt  der  kaufmännische  Beruf  auch  in  diesen  Kreisen  sich
wachsender  Beliebtheit  zu  erfreuen,  da  in  allen  anderen  Berufen  wegen
der  Überfüllung  wenig  Aussicht  auf  Anstellung  und  Fortkommen  besteht. ­
  Auch  der  kleinbürgerliche  Mittelstand  ist  stark  im  Zunehmen
begriffen.  Daß  die  Gruppe:  Gesellen,  Diener,  Arbeiter  in  Berlin  überhaupt ­
  nicht  beteiligt  ist,  dürfte  sich  wohl  hauptsächlich  daraus  herschreiben, ­
  daß  die  Töchter  dieser  Kreise  ihre  Ausbildung  fast  ausschließlich ­
  in  den  Fortbildungsschulen  erhalten.
Die  nächsten  Tabellen  stellen  das  soziale  Niveau  dar,  dem  die
Verkäuferinnen  in  Karlsruhe  und  München  entstammen.  Sie  sind
zusammengestellt  im  Jahre  1903  bzw.  1911.
            
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