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Die Beteiligung des Mittelstandes ist nicht wesentlich verschieden*
da die Töchter dieser Kreise jetzt wohl regelmäßig einen Erwerb er
greifen und gern kaufmännisch tätig sind, weil die Ausbildung leider
vielfach noch auf ein Minimum an Zeit und Kosten herabgedriickt
werden kann, und die Möglichkeit, schnell zu Brot zu kommen, immer
noch aussichtsreich ist. Die Beteiligung der Arbeiterbevölkerung ist
beim Kontorpersonal recht wesentlich gestiegen, beim Verkaufspersonal
etwas gefallen. Für die von den Berliner Ergebnissen abweichende
Tatsache, daß Arbeitertöchter verhältnismäßig nicht mehr so zahlreich
Beschäftigung im Kontor suchen, lassen sich mehrere Gründe an
führen. Besonders in den Großstädten bevorzugt selbst die Arbeiter
tochter die Kontortätigkeit gegenüber der Beschäftigung als Ladnerin.
In den Provinzstädten wird der Verkauf auch noth weit mehr als in
Berlin von Angehörigen des Ladeninhabers besorgt, so daß ein starker
bürgerlicher Einschlag entsteht. Außerdem machte sich in den letzten
Jahren eine Bewegung geltend, wieder gebildetere Kräfte zum Ver
kehr mit der Kundschaft zu verwenden, und da ein starkes Bedürfnis
nach Frauenerwerb bestand, so wurde dieser Hinweis vielfach be
folgt. Vor allem findet aber ein großer Teil der weiblichen Arbeiter
jugend in Klein- und Mittelstädten auch weiterhin Unterkommen als
Hauspersonal oder als Arbeiterin.
Eine Verschiebung nach unten hat trotzdem stattgefunden. Die
Beteiligung der unteren Klassen ist vielleicht noch stärker, denn man
muß bedenken, daß sehr viele Angestellte die Frage nach der Herkunft
nicht beantwortet haben, und man annehmen kann, daß die soziale
Stellung der Väter dann weniger angesehen ist, da sonst ein gewisser
Stolz die Töchter veranlaßt hätte, Angaben zu machen.
Alle diese Zahlen beziehen sich selbstverständlich nicht nur auf
die kaufmännischen Angestellten des Handelsgewerbes, sondern auf
das weibliche kaufmännische Personal überhaupt. Doch da ein steter
Austausch zwischen den einzelnen Gewerbegruppen stattfindet, ist
ohne Unterschied auf die Angestellten des Handelsgewerbes anzu
wenden, was für die Allgemeinheit der weiblichen Angestellten gilt.
Weitere Erhebungen, die für das Bureau- und Verkaufspersonal
gemeinsam an denselben Orten veranstaltet worden sind, bestehen
nicht, private Ermittlungen berücksichtigen entweder die eine oder
die andere Gruppe.
Für das Bureaupersonal ist eine Zusammenstellung aus Leipzig
vom Jahre 1911 vorhanden. 1912 sind dann die Schülerinnen der Mäd
chen-Handelsschulen der Korporation der Kaufmannschaft von Berlin,
die sich dort zu Kontoristinnen ausbildeten, nach ihrer gesellschaft
lichen Herkunft befragt worden.