Full text : Die deutsche Ölmüllerei

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Einleitung.

Verbindung  mit  der  deutschen  Küste 6 )  sind  die  Veranlassung,
daß  der  Export  dieser  auf  deutschem  Boden  gewonnenen  Produkte ­
  seinen  Weg  über  die  englische  Kolonie  nimmt.  Trotz
dieser  Abgabe  Kameruns  an  das  Niger-Schutzgebiet  ist  die
direkte  Ausfuhr  der  deutschen  Kolonie  noch  sehr  beträchtlich,
Kamerun  exportierte  nämlich  1895  60000  Doppelzentner  Palmkeme
  im  Werte  von  über  1  Million  Mark.“
Nach  den  Angaben  des  „Statistischen  Jahrbuches  für  das
Deutsche  Reich"  betrug  der  Wert  der  Ausfuhr  im  Jahre  1908  in

Deutsch-Ostafrika:  an  Kopra  .  806000  M.
Erdnüssen  345000  „
Sesam  193000  „
zusammen:  1344000  M.
oder  12,4°/ 0  vom  Werte  der  Gesamtausfuhr.
Kamerun  an:  Palmkernen  2204000  M.
oder  18,l°/ 0  vom  Werte  der  Gesamtausfuhr.
Togo:  an  Kopra  19000  „
Palmkernen  957000  „
Erdnüssen  15000  „

zusammen:  991000  M.
oder  14,4°/ 0  vom  Werte  der  Gesamtausfuhr.
Deutsche  Besitzungen  in  der  Südsee:  an  Kopra  4846000  M.
oder  55,6  °/ 0  vom  Werte  der  Gesamtausfuhr.
Die  Verarbeitung  der  ölhaltigen  Samen  und  Früchte  hat
den  Zweck,  das  Öl  derselben  zu  gewinnen.  Es  kann  dies  auf
dreifache  Weise  geschehen,  nämlich  durch  Auskochen,  durch
Extraktion  oder  durch  mechanisches  Auspressen,  ln  Deutschland ­
  arbeitet  die  weitaus  größte  Anzahl  aller  Ölmühlen  nach
dem  Preßverfahren,  nur  sehr  wenige  bedienen  sich  der  Extraktionsmethode, ­
  und  das  Auskochen  kommt  wohl  heute  bei  uns
überhaupt  nicht  mehr  vor.  Als  Produkte  der  Fabrikation  erhält ­
  man  bei  allen  drei  Verfahren  einerseits  die  verschiedenen
Öle,  andererseits  Rückstände  in  der  Form  von  Kuchen  oder
Mehl.
Durch  den  Absatz  dieser  Fabrikate  steht  die  Ölindustrie
mit  den  verschiedensten  Gewerbezweigen  und  Bevölkerungs*) ­
  Mit  dem  zunehmenden  Ausbau  der  Eisenbahnen  werden  sich  diese
Verhältnisse  wohl  bessern.
            
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