Full text : Die deutsche Ölmüllerei

1.  Die  treibenden  Kräfte.

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erzeugten  Fabrikate  noch  zu  wünschen  übrig  ließ  und  außerdem
die  Produktionskosten  zu  hohe  waren.
Die  Qualität  der  Fabrikate  litt  hauptsächlich  dadurch,  daß
die  Extraktionsmittel  außer  den  Ölen  noch  andere  Stoffe  mit  auflösten, ­
  sowie  darunter,  daß  es  in  den  meisten  Fällen  nicht  gelang, ­
  Öl  und  Rückstände  vollständig  von  den  Resten  des  Lösemittels ­
  zu  befreien;  die  Produktionskosten  erhöhten  sich  durch
die  großen  bis  zu  5%  betragenden  Lösemittelverluste,  welche
ihren  Grund  meistens  in  der  unvollkommenen  Bauart  der  Apparate ­
  hatten.  Hier  bot  sich  also  dem  Ingenieur  eine  dankbare  Aufgabe, ­
  und  die  große  Anzahl  der  in  den  letzten  vierzig  Jahren  angemeldeten ­
  Patente  gibt  uns  ein  Bild  von  der  in  dieser  Richtung
geleisteten  Arbeit.  In  doppelter  Weise  suchte  man  das  Ziel  zu
erreichen,  nämlich  zum  Teil  durch  Verbesserung  der  Extraktionsapparate, ­
  zum  Teil  durch  Benutzung  geeigneterer  Lösemittel ­
  als  dies  der  Schwefelkohlenstoff  war.
Was  die  Verbesserungen  der  Extraktionsapparate  angeht,
so  sind  diese  nicht  prinzipieller  Art.  Auch  heute  noch  arbeitet
man  entweder  nach  dem  Verdrängungs-  oder  nach  dem  Anreicherungsprinzip, ­
  ohne  daß  eines  dieser  Verfahren  endgültig
den  Sieg  hätte  erringen  können.  Wohl  aber  ist  es  gelungen,
durch  Vereinfachung  der  einzelnen  Apparate,  Vermeidung  von
Hähnen,  Ansatzstücken  und  Ventilen,  Einführung  hydraulischer
und  anderer  möglichst  dichthaltender  Verschlüsse,  Evakuierung
der  Extraktoren,  Anbringung  von  Absorptionsflaschen  und
Wasserabscheidern  usw.  die  Lösemittelverluste  so  einzudämmen,
daß  dieselben  heute  in  einer  gut  eingerichteten  mit  Tetrachlorkohlenstoff ­
  als  Lösemittel  arbeitenden  Extraktionsanlage  nur  noch
ca.  0,4%  betragen.  Auch  die  vollständige  Vertreibung  der  letzten ­
  Spuren  von  Lösemittel  aus  Öl  und  Rückständen  erreicht  man
jetzt  durch  längere  Einwirkung  von  Lösemitteldämpfen,  direktem ­
  und  indirektem  Dampf  in  der  richtigen  Reihenfolge  und
Stärke.  Wirksam  unterstützt  wurden  diese  Verbesserungen  der
Apparate  durch  den  Ersatz  des  Schwefelkohlenstoffes  durch  geeignetere ­
  andere  Lösemittel.  Als  solche  sind  heute  entweder
Benzin  oder  Tetrachlorkohlenstoff  in  Gebrauch.  Ein  Extraktionsmittel, ­
  welches  ausschließlich  nur  Fettkörper  löst,  aus  Ölsämereien ­
  und  Ölfrüchten  aber  keine  sonstigen  Bestandteile  aufnimmt, ­
  existiert  nicht.  Alle  Lösungsmittel  lösen  neben  den  Fettkörpern ­
  auch  Farbstoffe,  Harze  und  ähnliche  Verbindungen  auf,
            
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