1. Die treibenden Kräfte.
157
durch andere Produkte ersetzt werden können. So werden z. B.
in der Seifenfabrikation die verschiedensten Öle, neben diesen
aber auch Talg und Tran benutzt, und richtet sich die vermehrte
Verwendung des einen oder anderen Öles bzw. Fettes zum
großen Teil nach dem Preise dieser Produkte. Als Schmieröl
wird Rüböl bei hohen Rübölpreisen in ausgedehntem Maße durch
die billigeren Mineralschmieröle oder Surrogate ersetzt. In der
Margarineindustrie werden verschiedene Öle sowie tierische
Fette, je nach dem Preisstande, in mehr oder weniger starkem
Maßstabe verwandt, und der in den letzten 40 Jahren bedeutend
gewachsene Verbrauch an Margarine, sowie der innerhalb der
letzten Jahre so sehr gestiegene Konsum an Pflanzenbutterist zum
nicht geringen Teile auf die Preissteigerung der Kuhbutter sowie
anderer animalischer Fette zurückzuführen und wechselt je nach
dem Preisstande dieser tierischen Produkte. Da auch der Kuchenabsatz
kein gleichbleibender ist, sondern je nach der Jahreszeit,
dem Ausfall der Futtermittelernten und den Preisen der Kuchen
schwankt, lassen sich höhere Rohmaterialkosten nicht etwa einseitig
auf diesem Gebiete durch Preisaufschläge wieder erbringen,
sondern es ist auch hier Rücksicht auf die Konjunktur
zu nehmen.
Die Bedeutung dieser Ersatzmöglichkeit der Fabrikate der
Ölmüllerei liegt für den Fabrikanten darin, daß häufig bei steigenden
Preisen eines bestimmten Öles oder einer Ölkuchensorte
die Konsumenten ihren Bedarf in diesem Artikel einschränken und
nach Möglichkeit an seiner Stelle andere Produkte verwenden.
Dadurch wird der Ölmüller vor die Alternative gestellt, entweder
seinen Betrieb einzuschränken, bzw. auf Vorrat zu arbeiten, oder
aber zu so niedrigen Preisen zu verkaufen, daß durch den Ertrag
häufig nicht einmal die Selbstkosten gedeckt werden. Nach
Möglichkeit wird der Ölmüller natürlich von diesen Mitteln die
Arbeit auf Vorrat wählen, kann er doch bei den schnell wechselnden
Konjunkturverhältnissen hoffen, später durch höhere Verkaufspreise
die durch die Einlagerung verursachten Zinsverluste
reichlich wieder einzubringen. Ein derartiges Zurückhalten der
Erzeugnisse fällt aber dem Großbetrieb viel leichter als den
kleineren Betrieben, da diese bei ihrer geringeren Kapitalkraft
auf einen schnellen Umsatz ihres Kapitals angewiesen
sind und daher vielfach unter dem Herstellungspreis verkaufen
müssen. Ein zweiter Weg, den Preis der Fabrikate