Full text : Die deutsche Ölmüllerei

1.  Die  treibenden  Kräfte.

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durch  andere  Produkte  ersetzt  werden  können.  So  werden  z.  B.
in  der  Seifenfabrikation  die  verschiedensten  Öle,  neben  diesen
aber  auch  Talg  und  Tran  benutzt,  und  richtet  sich  die  vermehrte
Verwendung  des  einen  oder  anderen  Öles  bzw.  Fettes  zum
großen  Teil  nach  dem  Preise  dieser  Produkte.  Als  Schmieröl
wird  Rüböl  bei  hohen  Rübölpreisen  in  ausgedehntem  Maße  durch
die  billigeren  Mineralschmieröle  oder  Surrogate  ersetzt.  In  der
Margarineindustrie  werden  verschiedene  Öle  sowie  tierische
Fette,  je  nach  dem  Preisstande,  in  mehr  oder  weniger  starkem
Maßstabe  verwandt,  und  der  in  den  letzten  40  Jahren  bedeutend
gewachsene  Verbrauch  an  Margarine,  sowie  der  innerhalb  der
letzten  Jahre  so  sehr  gestiegene  Konsum  an  Pflanzenbutterist  zum
nicht  geringen  Teile  auf  die  Preissteigerung  der  Kuhbutter  sowie
anderer  animalischer  Fette  zurückzuführen  und  wechselt  je  nach
dem  Preisstande  dieser  tierischen  Produkte.  Da  auch  der  Kuchenabsatz ­
  kein  gleichbleibender  ist,  sondern  je  nach  der  Jahreszeit,
dem  Ausfall  der  Futtermittelernten  und  den  Preisen  der  Kuchen
schwankt,  lassen  sich  höhere  Rohmaterialkosten  nicht  etwa  einseitig ­
  auf  diesem  Gebiete  durch  Preisaufschläge  wieder  erbringen, ­
  sondern  es  ist  auch  hier  Rücksicht  auf  die  Konjunktur
zu  nehmen.
Die  Bedeutung  dieser  Ersatzmöglichkeit  der  Fabrikate  der
Ölmüllerei  liegt  für  den  Fabrikanten  darin,  daß  häufig  bei  steigenden ­
  Preisen  eines  bestimmten  Öles  oder  einer  Ölkuchensorte
die  Konsumenten  ihren  Bedarf  in  diesem  Artikel  einschränken  und
nach  Möglichkeit  an  seiner  Stelle  andere  Produkte  verwenden.
Dadurch  wird  der  Ölmüller  vor  die  Alternative  gestellt,  entweder
seinen  Betrieb  einzuschränken,  bzw.  auf  Vorrat  zu  arbeiten,  oder
aber  zu  so  niedrigen  Preisen  zu  verkaufen,  daß  durch  den  Ertrag ­
  häufig  nicht  einmal  die  Selbstkosten  gedeckt  werden.  Nach
Möglichkeit  wird  der  Ölmüller  natürlich  von  diesen  Mitteln  die
Arbeit  auf  Vorrat  wählen,  kann  er  doch  bei  den  schnell  wechselnden ­
  Konjunkturverhältnissen  hoffen,  später  durch  höhere  Verkaufspreise ­
  die  durch  die  Einlagerung  verursachten  Zinsverluste
reichlich  wieder  einzubringen.  Ein  derartiges  Zurückhalten  der
Erzeugnisse  fällt  aber  dem  Großbetrieb  viel  leichter  als  den
kleineren  Betrieben,  da  diese  bei  ihrer  geringeren  Kapitalkraft ­
  auf  einen  schnellen  Umsatz  ihres  Kapitals  angewiesen
sind  und  daher  vielfach  unter  dem  Herstellungspreis  verkaufen ­
  müssen.  Ein  zweiter  Weg,  den  Preis  der  Fabrikate
            
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